Expo 2025: Japan veranstaltet Hightech-Show in Osaka – mit Imageschaden
Die Weltausstellung in der japanischen Industriemetropole Osaka beginnt Mitte April mit einem Imageproblem. Verantwortlich dafür ist das Maskottchen Myaku-myaku. Das blaue Wesen, dessen Gesicht aus einem Ring roter Blasen und fünf Wackelaugen besteht, gilt im Maskottchenreich Japan, wo selbst die Streitkräfte niedliche Plüschfiguren als Imageträger einsetzen, inzwischen als das zweithässlichste Exemplar.
Dabei verkörpert das neue Expo-Wesen den Kern der Weltausstellung: Hightech für eine bessere Welt. Denn Myaku-myaku repräsentiert eine bahnbrechende medizinische Innovation aus Japan, die zu den Höhepunkten der diesjährigen Weltausstellung gehören soll.
Die roten Blasen mit den Augen stellen sogenannte induzierte pluripotente Stammzellen (iPS) dar. Dabei handelt es sich um spezielle Stammzellen, aus denen menschliche Organe gezüchtet werden können. Auf der Expo 2025 wollen japanische Forscher ein auf diese Weise erzeugtes Herz vorstellen.
Ein Stammzellenherz als Expo-Hit
„Die Technologie, die mich am meisten fasziniert, ist ein kleines Herz, das aus iPS-Zellen hergestellt wird“, sagte Hirofumi Yoshimura, Gouverneur der Präfektur Osaka, dem Handelsblatt. „Man kann es wirklich schlagen und leben sehen.“
Das Miniaturherz schwimmt in einer Nährlösung und ähnelt mehr einem Pflaster als einem menschlichen Herz. Aber es zieht sich zusammen und entspannt sich wieder wie ein Muskel. Entwickelt wurde es am International Institute of Future Medicine in Nakanoshima Qross, einem Zentrum für Medizintechnik-Start-ups.
Die Idee dahinter ist, dass das selbstschlagende Pflaster auf ein geschädigtes Herz geklebt wird, um dem Organ beim Pumpen zu helfen. Für Gouverneur Yoshimura ist das aber nur der erste Schritt auf dem Weg: „Unser Ziel ist es, komplette Organe aus iPS-Zellen herzustellen.“
Große Hoffnung und viel Technik
Die Weltausstellung fand bereits 1970 in Osaka statt und zog damals 64 Millionen Besucher an, was sie zur größten WorldExpo aller Zeiten machte. Ganz so groß sind die Ambitionen der Organisatoren in diesem Jahr nicht: Vom 13. April bis 13. Oktober werden 28 Millionen Menschen auf der Ausstellung erwartet. Dennoch wurde auch dieses Jahr kräftig investiert.
Das Expo-Gelände entsteht auf der künstlich aufgeschütteten Insel Yumeshima, was übersetzt Trauminsel bedeutet. Diese ist von einer kreisrunden Holzkonstruktion umgeben, ein Symbol für Recycling und Kreislaufwirtschaft. Insgesamt stellen 160 Länder und Organisationen auf der Expo aus. Auch Deutschland ist mit einem Pavillon zum Thema Kreislaufwirtschaft vertreten.
„Wir haben uns zum Ziel gesetzt, den nachhaltigsten Pavillon der Expo zu bauen“, erklärte Projektleiter Christopher Hecker. Damit wollen die Organisatoren aus Deutschland demonstrieren, „wie die Technosphäre, also alles, was der Mensch geschaffen hat, und die Biosphäre, die Natur, harmonisch zusammenleben können“.
Um die Nachhaltigkeit zu maximieren, werden ein gemietetes Stahlsystem und innovative Baumaterialien verwendet. Das gesamte Material soll später wiederverwertet werden. Auch die Bäume, die auf dem Pavillongelände Schatten spenden, wurden für die Dauer der Ausstellung von einer lokalen Baumschule gemietet.
Der Gastgeber Japan stellt zudem innovative, biegsame Perowskit-Solarzellen vor, die Sonnenlicht in Strom umwandeln. Mit diesen Zellen wollen die Japaner bestehende Gebäude in Solarkraftwerke umwandeln. Mit dieser neuen Generation von Solarzellen will Japan die Weltmarktführerschaft in der Solartechnik, die an China verloren ging, zurückgewinnen.
Zusätzlich zu vielen anderen Technologien werden auch Flugtaxis und Japans jahrzehntelange Leidenschaft, Roboter, präsentiert. Einer der japanischen Pavillons wurde vom Roboterpionier Hiroshi Ishiguro gestaltet, der vor 19 Jahren mit der Entwicklung seines maschinellen Doppelgängers in der Technikwelt bekannt wurde.
„Die Zukunft des Lebens“ lautet das Thema seines Pavillons, was Ishiguro nicht nur mit humanoiden und abstrakten Robotern darstellt. Der Professor der Universität Osaka will auch digitale Avatare in virtuellen Welten populär machen. Im virtuellen Pavillon können Besucher ihre eigene Stadt der Zukunft entwerfen.