Märkte Insight: Aktionäre blenden die Spätfolgen der Zinserhöhung aus

Die steigenden Zinsen wirken sich bei den meisten Unternehmen noch nicht negativ aus. Grund dafür ist, dass die Barmittel den Unternehmen bei den Banken sofort einen besseren Zinssatz einbringen.
Foto: HandelsblattAuch die zehnte Zinserhöhung seit Juli vergangenen Jahres hat die Aktienmärkte nicht nach unten gezogen. Im Gegenteil: Weil an den Finanzmärkten eine Mehrheit darauf setzt, dass die Europäische Zentralbank (EZB) nun keine weiteren Zinsschritte folgen lässt und die Zinswende nach oben womöglich beendet ist, stiegen die Kurse.
Der Dax legte nach dem Zinsentscheid knapp 200 Punkte zu und notierte am Donnerstag zum Handelsschluss bei 15.805 Zählern rund ein Prozent im Plus. Von seinem Rekordhoch bei fast 16.500 Punkten ist der Dax nur gut vier Prozent entfernt.
Die EZB erhöhte am Donnerstag den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent und bekräftigte damit ihre Entschlossenheit zur Bekämpfung der Inflation. Auf den ersten Blick mag es erstaunen, dass sich die vielen Zinserhöhungen nicht negativ auf die Börsen auswirken.
Schließlich belasten steigende Zinsen die Unternehmen, weil sich deren Finanzierungskosten infolge teurer werdender Kredite und Anleihen erhöhen, was zulasten künftiger Gewinne und Dividenden geht.