Märkte Insight: KI kann die Börsen nicht ewig retten
„Ist KI wirklich der große Gewinnbringer?“, fragt Handelsblatt-Redakteur Frank Wiebe.
Foto: HandelsblattBill Gross galt einst als „Bond-König“ der USA. Nachdem seine Ergebnisse deutlich schlechter wurden und er die Fondsgesellschaft Pimco, seine eigene Gründung, im Streit verließ, wurde es stiller um ihn. Aber jetzt hat Gross in seinem Newsletter genau die richtige Frage gestellt: „Können Künstliche Intelligenz und ein staatliches Defizit von zwei Billionen Dollar auf Dauer rechtfertigen, dass ‚diesmal alles anders‘ ist?“ Seine Antwort: „Ich bin skeptisch.“
Gross spricht hier zwei Phänomene an, die die Aktienkurse in diesem Jahr einigermaßen gehalten haben, obwohl die US-Notenbank (Fed) die Zinsen zur Inflationsbekämpfung kräftig erhöht hat. Die US-Regierung pumpt kräftig Geld in die Wirtschaft und macht dafür Schulden. Das verhindert bisher eine Rezession, die sonst wohl längst spürbar wäre.
Der zweite Punkt: US-Tech-Riesen wie Microsoft, Alphabet und Nvidia halten die US-Aktienindizes und damit die Weltbörsen einigermaßen auf Kurs. Dabei ist ein wichtiger Grund das Thema Künstliche Intelligenz (KI). Beide Faktoren zusammen führen dazu, dass Aktien sich bisher trotz der strammen Geldpolitik relativ gut gehalten haben.