Kommentar: Der Zahlungsausfall Russlands ist ein Zeichen der Schwäche
Der russische Präsident hat einen Zahlungsausfall nicht verhindern können. Auch wenn dieser nur technisch ist, zeigt er die Schwäche Russlands.
Foto: IMAGO/ITAR-TASSEs ist ein Zahlungsausfall, der schleichend daherkommt. Dennoch ist es ein Einschnitt in dem seit vier Monaten laufenden Ukrainekrieg, dass Russland offenbar seine Dollar- und Euro-Anleihen auch nach der Verlängerungsfrist nicht bedienen kann.
Es wäre das erste Mal seit der russischen Finanzkrise 1998, dass Bondgläubiger nicht bezahlt werden können. Das ist weit mehr als eine Farce, als die es der russische Finanzminister Anton Siluanow darstellen möchte. Es zeigt die finanzielle Isolation infolge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine – und ist deshalb ein PR-Desaster für den russischen Präsidenten Wladimir Putin.
Zugegeben, Russlands Zahlungsausfall ist ein besonderer: Der Staat hat eigentlich genug Geld, seine Euro- und Dollar-Schulden zu bedienen.
Nur wegen der Sanktionen erreichen die russischen Zahlungen die Anleiheinvestoren nicht mehr, seit die USA eine Ausnahmeregelung Ende Mai haben auslaufen lassen. Und ja, man kann sich fragen, warum können Zahlungen für russisches Gas über die Sanktionsschwelle hinweg nach Russland getätigt werden – Zahlungen für russische Anleihen in Fremdwährung in die Gegenrichtung aber nicht.