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Analyse Mission Impossible 2.0: Wie Donald Trump doch noch gewinnen kann

Der amtierende US-Präsident liegt in Umfragen weit hinter Herausforderer Joe Biden zurück. Seine Wiederwahl ist jedoch immer noch möglich – mithilfe einiger Tricks.
23.10.2020 - 17:50 Uhr 2 Kommentare
Vor mehr als 10.000 Anhängern trat US-Präsident Donald Trump jüngst in North Carolina auf. Quelle: Reuters
Trump bei einem Wahlkampfauftritt in North Carolina

Vor mehr als 10.000 Anhängern trat US-Präsident Donald Trump jüngst in North Carolina auf.

(Foto: Reuters)

Der Wahlkampf in den USA biegt auf die Zielgerade ein, und das Rennen scheint gelaufen: Herausforderer Joe Biden liegt nicht nur in den nationalen Umfragen immer noch rund acht Prozentpunkte vor Donald Trump, sondern führt auch in fast allen wahlentscheidenden US-Bundesstaaten.

Dass es dem Präsidenten mit seinem disziplinierteren Auftritt im finalen TV-Duell gelungen sein könnte, diesen bislang stabilen Trend zwölf Tage vor der Wahl am 3. November noch zu drehen, glauben wohl nur noch seine treuesten Anhänger. Zumal mehr als 45 Millionen Amerikaner ihre Stimme bereits vor dem TV-Duell abgegeben hatten. Ein Sieg von Trump bei der Präsidentschaftswahl 2020 ist also unwahrscheinlich, unmöglich ist er jedoch nicht.

Trump und seine Republikaner klammern ihre Hoffnungen an ein paar Ungereimtheiten, die nicht so recht zu einem unangefochtenen Sieg von Joe Biden passen. So ist es den Republikanern gelungen, in wichtigen „battleground states“ wie Florida, North Carolina und Pennsylvania die Zahl ihrer registrierten Wähler im Vergleich zu 2016 deutlich zu steigern. Allein im Bundesstaat Florida, den Trump unbedingt gewinnen muss, konnten die Republikaner den Vorsprung der Demokraten bei den registrierten Wählern gegenüber 2016 halbieren.

Wenn sich die US-Bürger ins Wählerregister eintragen, können sie dabei zugleich ihre Parteinähe angeben. Das ist zwar keine Garantie, wie die Wähler am Ende abstimmen werden. Aber es ist ein Hoffnungsschimmer für Trump. Zumal mehr als die Hälfte aller registrierten Wähler gerade in einer Umfrage des Gallup-Instituts angegeben hat, dass es ihnen und ihren Familien heute besser gehe als vor vier Jahren.

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    Den Zuwachs von registrierten Wählern haben die Republikaner vor allem ihren „Bodentruppen“ im Wahlkampf zu verdanken. Nach dem Trump-Sieg von 2016 hat die Grand Old Party ihr Heer von freiwilligen Wahlhelfern noch einmal verstärkt.

    Trotz Corona sind die Parteisoldaten in vielen Bundesstaaten von Tür zu Tür gelaufen, um Wähler persönlich anzusprechen. Die Demokraten scheuen in der Pandemie dagegen stärker die Nähe zu den Wählern und verzichten auch auf große Wahlkampfveranstaltungen.

    Trump hingegen liebt die Massenaufläufe seiner Anhänger, auch wenn sie häufig ohne Maske kommen und keinen Abstand halten. Die Bilder von seinen jüngsten Wahlkampfauftritten in Michigan und insbesondere North Carolina zeigen gut gefüllte Zuschauerränge mit weit mehr als 10.000 Anhängern.

    Trumps „Wahlbeobachter“ sollen abschrecken

    Gut möglich, dass Trump nur zu den ohnehin schon Bekehrten spricht und die Demokraten ihre Begeisterung für Biden erst mit der Stimmabgabe am Wahltag ausdrücken. Die Stille im Wahlkampf von Biden irritiert dennoch.

    Die Strategie der Demokraten, sich vor allem auf die Mobilisierung der Wähler für den Wahltag zu konzentrieren, ist auch deshalb riskant, weil die Republikaner keine Scheu haben, vor allem schwarzen Wählern die Stimmabgabe zu erschweren.

    In Texas hat der dortige republikanische Gouverneur dafür gesorgt, dass es in dem von überwiegend nicht-weißen Wählern bewohnten Wahlbezirk Harris County in der Nähe der Großstadt Houston für die 4,7 Millionen Einwohner nur noch eine Sammelstelle für die persönliche Stimmabgabe vor der Wahl gibt.

    Andernorts tauchen republikanische „Wahlbeobachter“ mit Smartphone-Kameras, Parteifahnen und Plakaten auf, um – so zumindest die offizielle Version – zu kontrollieren, dass bei der frühen Stimmabgabe alles mit rechten Dingen zugeht. Dass durch das martialische Auftreten auch Wähler abgeschreckt werden, weiß man von früheren Wahlgängen.

    Sollte all das nicht für einen Sieg reichen, kann Trump immer noch seinen letzten Joker ziehen und sich vor Auszählung aller Stimmen zum Sieger erklären oder eine Niederlage nicht anerkennen. Seit Wochen denunziert der Präsident die vor allem von den Demokraten genutzten Briefwahlen als einen massiven Wahlbetrug – ohne freilich dafür Beweise zu liefern.

    Dennoch haben beide Seiten bereits ein Heer von Anwälten engagiert, um in den besonders umkämpften Bundesstaaten und auch auf nationaler Ebene für die Fortsetzung des Wahlkampfs vor den Gerichten gerüstet zu sein.

    Einen Vorgeschmack darauf bietet jetzt ein Urteil des Obersten Gerichtshofs zur Frage, ob im heiß umkämpften Bundesstaat Pennsylvania Briefwahlzettel auch noch dann berücksichtigt werden müssen, wenn sie drei Tage nach dem Wahltag in den Wahlbüros eingehen. Die obersten Richter konnten sich nicht einigen, sodass vier gegen und vier für die späte Wahlpost urteilten. Das reichte, um die Wahlurnen offen zu halten.

    Wenn jedoch die von Trump handverlesene Richterin Amy Coney Barrett in der kommenden Woche von der republikanischen Mehrheit im US-Senat für das höchste Richteramt bestätigt wird, könnte die erzkonservative Juristin bei ähnlich umstrittenen Wahlentscheidungen des Supreme Courts den Ausschlag geben.

    Trump geht nach eigenen Angaben fest davon aus, dass die US-Wahlen erst vor dem obersten Gericht entschieden werden. Deshalb sei es wichtig, so der Präsident, dass es neun Richter gebe. Was er nicht sagte, aber seine Richterwahl deutlich macht: Zur Not soll eine konservative Mehrheit am Supreme Court seine Wiederwahl sichern.

    Mehr: Fünf besondere Momente des TV-Duells – und was sie über den Wahlkampf verraten.

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    2 Kommentare zu "Analyse: Mission Impossible 2.0: Wie Donald Trump doch noch gewinnen kann"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Wo haben Sie den die Weisheit her, dass Biden sich China anbiedern will? Ich gehe davon aus, dass Herr Biden in vielen Punkten der Aussenpolitik nichts ändern wird, außer den Ton z.B. gegenüber der EU.:Oelfirmen in den USA bedeutet Fracking und Umweltverschmutzung. Wenn das wirtschaftliche Stärke ist?

    • Also nur noch mit Tricks? Hm! Ist das noch objektive Berichterstattung, Herr Riecke?

      Laut Umfragen konnte Trump in der gestrigen Debatte klar gegen seinen Herausforderer Biden punkten: Biden will einen zweiten Lockdown, Trump nicht. Biden will sich China wieder anbiedern, Trump nicht, Biden will die Oelfirmen zerschlagen, Trump die Wirtschaft foerdern. Kurz, die Menschen werden sich zwischen wirtschaftlicher Staerke oder mehr Sozialismus enscheiden. Tricks sind da nicht noetig.

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