Bildung: Zu wenige kluge Köpfe im Land

Die jüngste OECD-Bildungsstudie kommt für Deutschland zu alarmierenden Ergebnissen: Ein Fünftel der Erwerbstätigen zwischen 16 und 65 Jahren scheitert an einfachsten Aufgaben. Sie können nur kurze Texte lesen, finden darin keine relevanten Informationen oder scheitern bei der Berechnung, wie viele Tapetenrollen man für ein 20 Quadratmeter großes Wohnzimmer braucht.
Das liegt oft nicht an der Intelligenz, sondern einfach daran, dass sie in der Schule nicht gefördert wurden und dann erst recht nicht Lesen und Rechnen geübt haben. Hinzu kommen bei einigen Migranten mangelnde Deutschkenntnisse.
» Lesen Sie auch: Jeder fünfte Erwachsene scheitert an einfachsten Aufgaben
Die Wirtschaft in ihrer Breite hat sich bisher darauf beschränkt, die Bildungspolitik des Staates zu kritisieren – zu Recht. Aber das reicht nicht.
Mit einem Fünftel Ungebildeten kann man nicht effektiv arbeiten. Schon gar nicht kann man eine Volkswirtschaft wie die deutsche so umbauen, dass sie die Wende zur Klimaneutralität schafft und gleichzeitig noch innovativer wird. Denn auch hier hinkt Deutschland anderen Nationen hinterher.
Wirtschaft muss in der Qualifizierung aktiv werden
Schon vor einigen Jahren hat eine Studie gezeigt, dass es in Deutschland rund sechs Millionen funktionale Analphabeten gibt, die zwar eine Schule besucht haben, aber trotzdem kaum lesen können. Das hat damals zumindest dazu geführt, dass sich Bund und Länder zusammengetan haben, um das Problem zu bekämpfen.
Ja, die Zeiten sind schwierig, die Konjunktur lahmt. Aber das darf keine Ausrede sein, sich nicht auch um das Problem der Geringqualifizierten zu kümmern. Und hier sind es die Betriebe, die die Defizite am ehesten spüren.
Und es sind gleichzeitig die Unternehmen, die am ehesten davon profitieren, wenn Mitarbeiter auch in späteren Jahren noch etwas lernen – und dann zum Beispiel einen Lkw-Führerschein machen können. Sie müssen also aktiv werden.