Frankreich: Warum Frankreich kein neues Griechenland ist

Auch wenn eine aufgeregte Momentaufnahme zu einem anderen Schluss verleiten könnte: Frankreich ist nicht Griechenland. Zwar hat die Doppelkrise mit hohen Haushaltsdefiziten und dem Sturz der Regierung die Risikoaufschläge für französische Staatsanleihen auf das Niveau vergleichbarer griechischer Papiere steigen lassen. Aber es wäre falsch, eine Euro-Krise heraufziehen zu sehen wie vor 15 Jahren, als Griechenland der Staatsbankrott drohte.
Der erste Grund: Frankreichs Staatsfinanzen sind zwar problematisch, aber nicht dramatisch. Der Schuldenberg von rund 3,2 Billionen Euro, der größte eines Mitglieds der Euro-Zone, hört sich zwar gewaltig an. Gemessen an der französischen Wirtschaftsleistung entspricht er knapp 112 Prozent. In Griechenland waren es zeitweise aber über 200 Prozent.
Die neuen Risiken durch den Sturz der Regierung von Michel Barnier und das Scheitern des Sparhaushalts haben sich abgezeichnet und könnten teilweise bereits eingepreist sein. Ohne ein Haushaltsgesetz für 2025 droht keine Zahlungsunfähigkeit, die Nationalversammlung dürfte zunächst den Haushaltsplan des Vorjahres fortschreiben.
Frankreich hat weiter wirtschaftliche Stärken
Der zweite Grund: Frankreich verfügt über eine solide wirtschaftliche Basis. Das Land hat Stärken, etwa in der Luftfahrtindustrie oder in der Luxusgüterbranche. Die Zukunft der Energieversorgung erscheint dank der Kernenergie stabiler als in Deutschland.