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Kommentar 20 Prozent – Viel mehr ist dieses Mal für die Grünen einfach nicht drin

Es ist an der Zeit, über ernst zu nehmende Herausforderungen der Zukunft zu diskutieren. Dazu braucht es mehr als eine träge Union. Die Grünen machen ihr das Kanzleramt 2021 aber nicht streitig.
06.07.2021 - 14:43 Uhr 2 Kommentare
An der Kanzlerkandidatin und Bundesvorsitzenden der Grünen gibt es viel berechtigte Kritik. Quelle: dpa
Annalena Baerbock

An der Kanzlerkandidatin und Bundesvorsitzenden der Grünen gibt es viel berechtigte Kritik.

(Foto: dpa)

Berlin Wer im Frühjahr gedacht hatte, die Grünen könnten im Herbst ins Kanzleramt einziehen, wird jetzt eines Besseren belehrt. Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock selbst hatte hochfliegende Pläne – aber sie muss einsehen, dass zumindest in diesem Jahr aus ihr keine Regierungschefin werden wird.

Baerbock, die kontrollfreudige Frontfrau der Grünen, hat geschludert, bei Angaben zu ihrem Lebenslauf, zu Nebeneinkünften, bei der Arbeit an ihrem Buch. Die berechtigte Kritik daran muss sich die 40-Jährige gefallen lassen – und sie wäre gut beraten gewesen, sich vor Urlaubsantritt zu den abgekupferten Stellen zu erklären und nicht nur darauf zu verweisen, dass sie kein Sachbuch geschrieben habe.

Waren es Eile und Hetze, die an vielerlei Stellen zu plumpem Kopieren verführten? Das wäre wahrlich ein Armutszeugnis. Bei jemandem, der nach einem der höchsten Ämter in Deutschland strebt, kann man – auch bei einem Nicht-Sachbuch – mehr eigene Denkleistungen erwarten.

Nun also ist Baerbock im Urlaub – Gelegenheit für die Partei, mit ihren anderen Spitzenkräften, allen voran Co-Parteichef Robert Habeck, zurück in den inhaltlichen Diskurs zu kommen: Wie gelingt die Klimawende? Wie die Transformation der Wirtschaft? Wie die Haushaltssanierung? Wie die Digitalisierung und die weitere Bekämpfung der Corona-Pandemie?

Die Union hat zu wenig getan, die Herausforderungen der Zukunft anzugehen

Bei all diesen Themen können sich die Grünen profilieren, Konzepte haben sie – und vor allem den Vorteil, dass nicht sie, sondern die Regierungsparteien der vergangenen 16 Jahre zu wenig getan haben, um etwa die Klimakrise zu bekämpfen. Übrigens eine Tatsache, aus der auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) längst keinen Hehl macht.

Ob die Grünen kanzlertauglich wären, diese Frage ist berechtigt. Die Frage, ob jemand Kanzler werden kann, der einer Partei angehört, die viele Zukunftsfragen in der Vergangenheit nicht mit dem gebotenen Engagement angepackt hat, ist es ebenfalls.

Was folgt daraus? Es braucht hierzulande dringend eine ernst zu nehmende Debatte über ernst zu nehmende Probleme – keine ausufernden Auseinandersetzungen auf Nebenschauplätzen, die von den eigentlichen Herausforderungen ablenken.

In Umfragen wurden die Grünen gerade auf ein realistisches Maß zurechtgestutzt. Das nur Baerbock anzulasten greift zu kurz. 20 Prozent, viel mehr scheint bei einer alternden und tendenziell doch eher veränderungsunwilligen Bevölkerung für die Ökopartei bundesweit derzeit kaum machbar zu sein.

Doch wenn das so ist, dann braucht es mehr als eine träge Union, die sich anschickt, ohne große Anstrengungen abermals das Kanzleramt zu erreichen.

Mehr: „Auseinandersetzung mit der Union“: Grüne wollen nach Baerbock-Debatten in die Offensive

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2 Kommentare zu "Kommentar: 20 Prozent – Viel mehr ist dieses Mal für die Grünen einfach nicht drin"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Frau Kersting hat leider recht.

    Wäre die CDU nicht so fürchterlich schwach aufgestellt, wäre die Grünen irgendwo bei 8-12 %.

    Es musste ja aber unbedingt der Herr Laschet werden, der den Kurs des Aussitzens weiterführen will.
    Die SPD hat sich ja dummerweise dem linken Spektrum zugewandt und ist auch keine wirkliche Alternative mehr.
    Und die FDP sieht sich immer noch als reine Wirtschafts-Partei. Tja...

  • 20% für diesen abgehobenen,ideologisch kranken Abzockerverein?  (...)Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich und achten Sie auf unsere Netiquette:https://www.handelsblatt.com/impressum/netiquette/  Dabei ist nicht nur Bärbock ein Beispiel, sonder Fischer war schon eines und Typen wie Trittin, Roth( die mit keinerlei Berechtigung auf unsere Kosten im BT rumturnt) etc., etc. Wer nennt die Namen?

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