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Kommentar Bitcoin fällt – doch die Kryptowelt ist längst noch nicht am Ende

Dass der Bitcoin-Preis noch weiter sinken könnte, bedeutet keinesfalls das Ende des Krypto-Booms. Das Interesse könnte sich schlicht verlagern.
20.07.2021 - 20:06 Uhr Kommentieren
Dass die Digitalwährung erneut unter eine wichtige Marke sinkt, bedeutet nicht das Ende des Krypto-Hypes. Quelle: Reuters
Bitcoin-Darstellung

Dass die Digitalwährung erneut unter eine wichtige Marke sinkt, bedeutet nicht das Ende des Krypto-Hypes.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Der Bitcoin ist unter eine wichtige Marke gefallen – und der Kurs könnte noch weiter sinken. Den Grund sehen Beobachter, wieder einmal, in Regulierungsvorstößen aus Staaten wie China oder den USA. Manch ein Finanzaufseher dürfte sich nun darüber freuen, dass sich die staatlichen Bemühungen auch im Kurs der wichtigsten Digitalwährung niederschlagen.

Dass Regulierer mittlerweile genauer hinschauen, wenn es um Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether geht, verschreckt einige Anleger oder Kryptodienstleister mit Sicherheit. Das bedeutet aber keinesfalls das Ende der Kryptowelt. Durch die Regulierung wird der Bitcoin für einige Anleger langweiliger – die innovativen Gedanken dahinter setzen sich aber an anderer Stelle im Kryptouniversum fort.

So schauen sich besonders risikoaffine Anleger, für die die hohe Volatilität einen Kick darstellt und kein Ausschlusskriterium, nun nach Alternativen um.

Die finden sie derzeit im sogenannten dezentralen Finanzwesen, kurz DeFi: Dort bauen junge Unternehmen und Programmierer aus der Kryptowelt ein paralleles Finanzsystem auf, das wie Kryptowährungen auf der Blockchain-Technologie basiert.

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    Doch im Gegensatz zum Handel über zentrale Marktplätze wie Coinbase oder Binance funktioniert das System ganz ohne zwischengeschaltete Institutionen, über automatisierte Transaktionen von Endnutzer zu Endnutzer.

    Stablecoins werden immer beliebter

    In der neuen Welt wird plötzlich möglich, was in der alten utopisch wäre: So können Privatnutzer ihre Kryptowährungen gegen Zinsen verleihen und mit ihren Coins Renditen in Höhen erzielen, die in der herkömmlichen Bankenwelt undenkbar wären – und das weitestgehend fernab der Regulierung. Denn wo keine zentralen Instanzen den Handel organisieren, stößt die Aufsicht an ihre Grenzen.

    Seit Beginn des Jahres gewinnt der Defi-Raum rasant an Bedeutung. In Zeiten, in denen Regulierer Akteure in der Kryptowelt verstärkt ins Visier nehmen, werden zum Beispiel sogenannte Stablecoins immer beliebter. Das ist eine besondere Art von Kryptowährungen, die an einen festen Wert wie beispielsweise den Dollar gekoppelt ist und im dezentralen System als Schmiermittel fungiert.

    Dass die Beliebtheit von Kryptowährungen verschwindet, weil der Bitcoin-Preis sinkt, ist also unwahrscheinlich. Stattdessen verlagern sich die Innovationskraft der Branche und das Interesse der Anleger wie in jedem Innovationszyklus dorthin, wo die alte Welt noch nicht hinschaut – zumindest vorerst.

    Mehr: Defi-Paradiese Wyoming, Luxemburg und Liechtenstein: Diese Regionen locken Krypto-Firmen an.

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