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Kommentar Boykott-Androhung reicht nicht: Brasilianisches Rindfleisch muss aus deutschen Supermärkten verschwinden

Mit der Auslistung von Produkten hat der Handel schon Multis wie Nestlé bezwungen. Jetzt sollte er diese Waffe auch zum Schutz des Regenwaldes einsetzen.
18.05.2021 - 15:54 Uhr 2 Kommentare
Importe der EU sind nach Berechnungen des WWF für 16 Prozent der Regenwaldrodung verantwortlich. Quelle: dpa
Protestaktion vor der brasilianischen Botschaft in Berlin

Importe der EU sind nach Berechnungen des WWF für 16 Prozent der Regenwaldrodung verantwortlich.

(Foto: dpa)

Es ist eine gute Sache, dass eine Reihe von großen Handelsunternehmen jetzt beim Schutz des Regenwaldes in Brasilien in die Offensive geht. Wenn auch die Wirtschaft beim Klima- und Umweltschutz die Forderungen der Aktivisten unterstützt, kann sie Politikern, die noch zögern, Mut machen. Und sie kann dabei helfen, dass wichtige Entscheidungen nicht hinausgezögert werden, weil die Politik meint, auf die Unternehmen Rücksicht nehmen zu müssen.

Doch angesichts des Ausmaßes der Zerstörung der Wälder in Brasilien reicht es nicht mehr, mit Boykott zu drohen oder die Politik zum Handeln zu drängen. Die Unternehmen müssen Fakten schaffen – und zwar möglichst sofort.

In den harten Verhandlungen mit den Lieferanten haben deutsche Händler doch immer wieder gezeigt, welch eine wirksame Waffe es ist, Produkte einfach aus den Regalen der Supermärkte auszulisten. Selbst große globale Nahrungsmittelkonzerne wie Nestlé konnten damit in die Knie gezwungen und zu Eingeständnissen bei den Lieferkonditionen bewegt werden.

Nun kann der Handel beweisen, wie ernst es ihm mit seinem Engagement für den Regenwald ist – indem er auch dann auf Produkte verzichtet, wenn es nicht um seine eigenen Profite, sondern um den Schutz der Umwelt geht.

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    Reine Boykott-Androhungen dürften Politiker wie den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro kaum kümmern. Erst wenn seiner Wirtschaft auf breiter Front die Exportaufträge wegbrechen, besteht zumindest die Chance, dass er einlenken könnte.

    Aldi und Lidl können ein Signal senden

    Denn so klein wäre der Hebel nicht, sollten Europas Supermärkte auf Tofu oder Rindfleisch aus Brasilien verzichten. Nach Berechnungen des WWF ist die EU mit ihren Importen für 16 Prozent der Regenwaldabholzung verantwortlich.

    Und selbst wenn Bolsonaro stur bleiben und der Brandrodung keinen Einhalt gebieten sollte, wofür ja leider einiges spricht, wäre eine Auslistung der auf diesen Flächen produzierten Lebensmittel ein wichtiges Signal. Denn es würde zeigen, dass die öffentlichkeitswirksam präsentierten Nachhaltigkeitskampagnen des Handels mehr sind als nur Lippenbekenntnisse.

    Es ist wie bei vielen anderen Maßnahmen für den Klimaschutz: Erst wenn sie für Unternehmen und Verbraucher in irgendeiner Form Verzicht oder die Veränderung des Verhaltens bedeuten, können sie überhaupt wirken.

    Umso wichtiger ist es, dass Marktführer wie Aldi und Lidl jetzt gemeinsam vorangehen. Nur eine breite Allianz der Vernunft kann ein Umdenken einleiten.

    Mehr: Europas Einzelhändler fordern EU-Regeln gegen Regenwald-Zerstörung

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    2 Kommentare zu "Kommentar: Boykott-Androhung reicht nicht: Brasilianisches Rindfleisch muss aus deutschen Supermärkten verschwinden"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Am deutschen Wesen soll die Welt genesen, war das die Intension des Kommentars? Statt ständig anderen Ländern vorzuschreiben, was sie tun sollen, könnte wir uns vielleicht darauf konzentrieren, welchen Beitrag wir selbst leisten können. Wenn wir unsere kaputten Wäder sanieren und die Aufforstungspotenziale angehen würden, wäre der Welt auch geholfen.

    • Oh Mann, Herr Kolf, dann wird es eben andere sehr, sehr dankbare Abnehmer geben.
      Die Chinesen kaufen sowieso heute schon alles an Land auf, das sie irgendwie bekommen können. Und die Inder teilweise auch. Und warum tun die das? Weil Indien und China zusammen schon heute ca. 2,5 Milliarden Menschen ernähren müssen. Tendenz weiter steigend!
      Ich schreibe Ihnen jetzt einmal etwas politisch höchst Inkorrektes, was Sie sonst vermutlich nirgendwo lesen werden, weil es auch extrem verstörend für die Masse ist:
      Haben Sie schon einmal über die Frage nachgedacht: "Wie viele Menschen kann die Erde ernähren?"
      Im Moment muss sie bereits ca. 7,5 bis 8 Milliarden ernähren. Glauben Sie, dass dies möglich ist, wenn wir alle wieder in die "gute alte Zeit" mit dem Bio-Bauernhof um die Ecke zurückkehren??
      Haben Sie schon einmal etwas vom ERTRAGSGESETZ gehört (genauer: dem Gesetz des sinkenden Grenzertrages)? Wissen Sie, dass die Bevölkerungsexplosion ab ca. der Mitte des 18. Jahrhunderts ursächlich mit der Industriellen Revolution zusammenhing? Wissen Sie, dass die Bevölkerungsexplosion nur dann weitergehen kann, wenn die Produktivitätsfortschritte sie übertreffen?
      Aber irgendwann könnte der Zeitpunkt kommen, wo die Produktivitätsfortschritte diese nicht mehr übertreffen. Vielleicht ist dieser Zeitpunkt sogar schon gekommen, oder er steht sehr kurz bevor. Wissen Sie, was dann passiert? Dann kann die Bevölkerung nur noch weiter wachsen, wenn der Produktionsfaktor Boden / Land IRGENDWIE weiter erhöht werden kann!! Ja, und wenn er nicht mehr weiter erhöht werden kann (und auch die Produktivität nicht mehr zunimmt)? Auch das schreibe ich Ihnen hier ungeschönt: dann kommt es zur "Malthusianischen Falle" oder "Malthusianischen Katastrophe":
      https://de.wikipedia.org/wiki/Malthusianische_Katastrophe
      Es wird dann also ÜBERZÄHLIGE geben, die die Erde nicht mehr ernähren kann. Können Sie sich annähernd vorstellen, was dann passieren wird? Dann zählt nur noch: Wer hat die besseren Waffen?!

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