Kommentar: Brandgefährlicher Mix: Nordeuropa muss sich auf höhere Inflationsraten einstellen
Fast zwei Jahrzehnte war die Deflationsgefahr das Topthema unter Ökonomen, Notenbankern und Investoren. Spätestens jetzt hat sich das geändert.
Foto: dpaPreissteigerungen jenseits der zwei Prozent bringen den Kreislauf der Inflationswarner in Deutschland in Schwung – diese Regel gilt immer noch. Nun waren es im Mai 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat; Werte von drei, vielleicht sogar vier Prozent rücken in den Sommermonaten in den Bereich des Möglichen. In den USA ist es längst so weit.
Und tatsächlich: Basiseffekte hin oder her – es hat sich etwas getan am Inflationshorizont. Und es wäre aus Sicht der Zentralbanken, aber auch der Politik fahrlässig, die Möglichkeit, dass der Trend ein nachhaltiger sein könnte, nicht in Betracht zu ziehen. Notenbanker nennen das erhöhte Achtsamkeit.
Fast zwei Jahrzehnte war die Deflationsgefahr das Topthema unter Ökonomen, Notenbankern und Investoren. Spätestens jetzt hat sich das geändert.
Allein das ist schon relevant für die weitere Entwicklung. Denn die Inflationserwartungen sind am Ende mitentscheidend. Von ihnen hängt es ab, ob es die gefürchteten Zweitrundeneffekte gibt, das heißt, ob Arbeitnehmer in der Erwartung höherer Preise auf breiter Basis höhere Löhne durchsetzen, was wiederum die Preise ansteigen lässt.