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KommentarCarla Kriwets Abgang bei FMC stärkt Fresenius-Chef Michael Sen

Die Chefin der Dialysetochter galt als Kandidatin von Sens Vorgänger an der Spitze des Gesundheitskonzerns. Dem CEO, selbst noch nicht lang im Amt, dürfte die Demission strategisch gelegen kommen.Maike Telgheder 07.12.2022 - 09:06 Uhr Artikel anhören

Nach nur zwei Monaten tritt Carla Kriwet, die Chefin der Dialysetochter Fresenius Medical Care, wieder ab.

Foto: dpa

Vor ein paar Jahren noch war Fresenius ein Hort der Stabilität in unsicheren Börsenzeiten. Der Gesundheitskonzern galt als so solide und erfolgreich, dass es schon fast langweilig war. Doch mit Langeweile ist spätestens seit diesem Jahr Schluss. Der Bad-Homburger-Dax-Konzern und seine ebenfalls im Dax notierte Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) sorgen schon fast im Monatsrhythmus für neue Schlagzeilen, zuletzt meist negative.

Der am Montag verkündete Abgang von Carla Kriwet als Vorstandschefin nach nur zwei Monaten ist nun die letzte, gleichwohl die schwerwiegendste dieser Nachrichten. Dass Kriwet mit ihrer Entschlossenheit, den Konzern im wichtigen US-Markt umzubauen, gescheitert ist, ist ein Dämpfer für all die Beschäftigten außerhalb der USA, die auf einen Kulturwandel bei dem Dialysekonzern gehofft hatten.

Denn das Unternehmen, welches rund 70 Prozent seines Umsatzes in den USA erwirtschaftet, wird durch die neue Chefin Helen Giza noch stärker auf die USA ausgerichtet. Die geplante Verlagerung der IT-Services in die USA ist ein Beispiel dafür. Auch dass es im Geschäft keine vier Weltregionen mehr gibt, sondern ein Nordamerika-Segment und ein internationales, das zweite.

Für Fresenius-Chef Michael Sen, der zeitgleich mit Kriwet sein Amt als Vorstandschef beim Mutterkonzern Fresenius angetreten hat, ist der Weggang von Kriwet aber eine gute Lösung. Denn Kriwet galt als Wunschkandidatin seines Vorgängers Stephan Sturm. Und eine Vorstandsvorsitzende mit hohem Gestaltungswillen dürfte seinen eigenen Plänen für einen Neustart bei Fresenius vermutlich zuwiderlaufen.

Helen Giza dagegen passt mit ihrer bisherigen Transformationsarbeit besser zu den Plänen von Sen, den Konzern rentabler zu machen. Und dürfte einer möglichen Abspaltung von Fresenius Medical Care gegenüber aufgeschlossen sein, die von Investoren immer wieder gefordert wird.

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