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Kommentar China und die Tech-IPOs in den USA: Zu Tode reguliert

Den meisten chinesischen Unternehmen vergeht die Lust auf US-IPOs. Für Investoren muss das angesichts der Willkür in Peking nicht unbedingt schlecht sein.
13.07.2021 - 04:16 Uhr Kommentieren
Didi legte den Börsengang in den USA wegen Druck aus China auf Eis. Quelle: Reuters
Hauptsitz von Chinas Fahrdienstleister Didi in Peking

Didi legte den Börsengang in den USA wegen Druck aus China auf Eis.

(Foto: Reuters)

New York Didi bekam als Erster den Zorn aus Peking zu spüren. Der chinesische Fahrdienst war trotz Cybersecuritybedenken aus China an die Wall Street gegangen, und prompt haben ihm die chinesischen Aufsichtsbehörden nur wenige Tage nach dem IPO das Geschäft in der Heimat zerstört: Der Vertrieb der App wurde verboten. 25 weitere Didi-Apps wurden geschlossen.

Als Grund nannte die chinesische Aufsichtsbehörde Verstöße bei der Sammlung und Nutzung von Daten. Außerdem teilte die mächtige Internetaufsicht Chinese Administration of Cyberspace (CAC) am Wochenende mit, dass sie Unternehmen mit Daten von mehr als einer Million Nutzern künftig gesondert auf ihre Sicherheit prüfen werde, bevor diese an einer ausländischen Börse Aktien ausgeben dürfen.

Dabei werde im Fokus stehen, ob die Daten nach einem IPO im Ausland von ausländischen Regierungen „beeinflusst, kontrolliert oder manipuliert“ werden könnten. Bei Chinas Tech-Unternehmen geht bereits die Angst um. Weil sie mit Vergeltungsmaßnahmen in der Heimat rechnen müssen, lassen sie den Gang an die New Yorker Börse lieber ganz. Linkdoc, ein Start-up für medizinische Daten, hat seinen in den USA geplanten IPO bereits vergangene Woche verschoben.

Am Montag legte auch die Tiktok-Mutter Bytedance ihre IPO-Pläne auf unbekannte Zeit auf Eis, nachdem die Regierung ihr nahegelegt hatte, Probleme der Datensicherheit zu adressieren. Dies könnte der Anfang vom Ende des chinesischen IPO-Booms an der Wall Street sein. Der schnelle Zugang zum weltweiten Kapital – meist über eine Gesellschaft auf den Kaimaninseln – könnte bis auf Weiteres verschlossen blieben.

China schüchtert Größe nicht ein

Nicht etwa weil die Amerikaner die Bilanzen genauer prüfen wollen, sondern weil die chinesische Regierung dem einen Riegel vorschiebt. Und spätestens seit dem Umgang mit Alibaba-Gründer Jack Ma wissen wir, dass Peking sich auch von Größe nicht einschüchtern lässt.

Man mag darüber diskutieren, ob es den Kontrolleuren in China wirklich um die Datensicherheit geht. Ob die NSA in den Unternehmen schnüffeln kann, hängt wohl eher davon ab, ob das Unternehmen in den USA operativ tätig ist, als davon, ob es an der Wall Street gelistet ist. Aber eins ist klar: Die beiden Länder werden sich weiter auseinanderentwickeln.

Für die westlichen Investoren sind die Zeiten, in denen man immer mehr chinesische Aktien in Form von ADRs an der Wall Street kaufen konnte, wohl erst einmal vorbei. Aber angesichts der jüngsten chinesischen Willkür muss das vielleicht gar nicht das Schlechteste sein. Es war schon vorher nicht immer leicht, die Geschäftsmodelle und Zahlen der chinesischen Firmen zu durchblicken. Jetzt kommt auch noch das Regulierungsrisiko hinzu. Da kann man sich leicht die Finger verbrennen.

Mehr: Chinas Unternehmen bekommen Gegenwind – Börsengang in Hongkong dürfte attraktiver werden

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