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KommentarChipindustrie: Wichtiger als Subventionen sind Investitionen in Bildung

Die Milliardensubventionen für neue Werke verpuffen, wenn sich Industrie und Staat nicht umgehend um die dringend benötigten Fachkräfte kümmern.Joachim Hofer 15.07.2023 - 16:00 Uhr
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Der US-Konzern wird Milliarden für sein Werk in Magdeburg vom Staat kassieren. Doch es mangelt an geeigneten Fachkräften in der Chipindustrie.

Foto: IMAGO/Beautiful Sports

So spendabel war der Staat noch nie. Knapp zehn Milliarden Euro an Subventionen bekommt allein Intel, um neue Chipfabriken in Magdeburg zu errichten. An Infineon und Wolfspeed, an Bosch und Globalfoundries fließen ebenso gewaltige Beträge für Halbleiterfabriken hierzulande. Demnächst dürfte auch noch der Taiwaner Auftragsfertiger TSMC üppig mit Staatsgeld für ein Werk in Dresden bedacht werden.

Denn es fehlt in Deutschland, und auch dem Rest von Europa, an geeignetem Personal, um die vielen neuen Fabriken zu betreiben. Es mangelt darüber hinaus an Chipdesignern, um genügend neue Bauelemente zu entwerfen, die in den Werken produziert werden können.

Daher reicht es nicht aus, nur in Beton und Maschinen zu investieren. Staat und Chipkonzerne müssen sich in großem Stil um den Nachwuchs kümmern. Es braucht mehr Studienplätze, mehr Lehrstellen und auch mehr Zuwanderung.

Zudem sollten Arbeitnehmer umgeschult werden, die in anderen Branchen nicht mehr gebraucht werden. Die Kooperation des US-Konzerns Wolfspeed mit dem Autozulieferer ZF im Saarland ist ein gutes Beispiel, wie das gelingen könnte.

Es tobt ein Kampf um die klügsten Köpfe

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Dabei darf kein Beteiligter Zeit verlieren. Die riesigen Intel-Werke in Magdeburg werden zwar frühestens 2027 die Massenproduktion aufnehmen. Schon zuvor braucht es aber Tausende Spezialisten, um das Equipment zu installieren. Zudem reichen vier, fünf Jahre gerade einmal so zum Masterabschluss.

Sich einfach auf erfahrene Chipexperten aus dem Ausland zu verlassen ist keine Option mehr. Denn Halbleiterfabriken werden derzeit weltweit wie wild gebaut, von Amerika über Japan, Südkorea und Taiwan bis nach Sizilien. Selbst Indien plant inzwischen eigene Chipstandorte. Es herrscht nicht nur ein globaler Subventionswettlauf, es tobt auch ein Kampf um die klügsten Köpfe. Darauf muss sich Deutschland schleunigst einstellen.

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