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Kommentar Der Fed droht eine neue Gefahr

US-Präsident Trump hat die Attacken gegen die Währungshüter eingestellt. Doch mit der möglichen Berufung von Judy Shelton zur Fed-Gouverneurin droht der Fed erhebliche Gefahr.
22.07.2020 - 04:00 Uhr 2 Kommentare
Die Fed ist eine der wenigen Institutionen in Amerika, in der noch Vernunft regiert, statt politisches Chaos und Gezerre. Quelle: dpa
US-Notenbank

Die Fed ist eine der wenigen Institutionen in Amerika, in der noch Vernunft regiert, statt politisches Chaos und Gezerre.

(Foto: dpa)

Es ist eine gefühlte Ewigkeit her, dass US-Präsident Donald Trump mit seinen verbalen Attacken auf die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) Schlagzeilen machte. Die Fed sei „verrückt geworden“ polterte er noch im vergangenen Jahr über Twitter, und drängte darauf, die Zinsen schnell wieder auf null zu senken.

Dort ist der Leitzins inzwischen angekommen, nachdem die Fed ihn im März im Zuge der Coronakrise drastisch gesenkt hatte und wird – das hat Fed-Chef Jerome Powell versichert – dort noch lange bleiben.

Die Fed ist in der schwersten Rezession seit fast 100 Jahren zum großen Krisenretter avanciert und hat mit einer ganzen Reihe von beispiellosen Maßnahmen die Märkte beruhigt. Dafür hat sie weltweit viel Lob bekommen und dient auch in Europa als Vorbild. Auch Trump fand zuletzt lobende Worte für Powell, den er 2018 selbst ernannt hatte.

Doch die gute Stimmung könnte schon bald wieder vorbei sein. Schon seit über einem Jahr versucht Trump, die umstrittene Ökonomin Judy Shelton zur Fed-Gouverneurin zu machen. Zwei der sieben Posten im Führungsgremium der Notenbank sind derzeit unbesetzt. Am Dienstag kam Trump seinem Ziel einen großen Schritt näher. Shelton erhielt die Mehrheit der Stimmen im Bankenausschuss des Senats. Nun muss die gesamte Kammer noch zustimmen, die von den Republikanern geführt wird.

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    Shelton wäre zunächst nur eine von vielen Stimmen, die über die Geldpolitik der größten Volkswirtschaft entscheiden. Doch sie gilt als eine aussichtsreiche Kandidatin, Powell an der Spitze der Notenbank zu ersetzten, falls Trump die Wiederwahl im November gewinnt. Was das Ganze sehr gefährlich macht.

    Shelton punktet durch ihre Nähe zu Trump

    Shelton hat sich als unerfahrene Kandidatin präsentiert, die vor allem durch die Nähe zu Trump punktete. Unter Obama forderte sie noch höhere Leitzinsen, um keine Inflation zu riskieren. Doch seit Trump an der Macht ist, änderte sie ihre Meinung. In den vergangenen Jahren stellte sie immer wieder die Autorität und Kompetenz der Fed in Frage.

    Dabei ist es gerade jetzt in der schweren Krise wichtig, dass die Fed schnell und unabhängig agieren kann und nicht noch nebenbei gegen die Politisierung der Institution ankämpfen zu müssen. Trump hat mit seinen verbalen Attacken ohnehin schon mit einer Jahrzehntelangen Tradition gebrochen, wonach sich Präsidenten nicht öffentlich in die Geldpolitik einmischen. Ein politisches Gezerre würde der Fed genauso schaden wie der US-Wirtschaft und der Wall Street, auf die der Präsident ja eigentlich so großen Wert legt.

    Auch die Bankenchefs sollten ihren Widerstand klar artikulieren. Die Fed ist eine der wenigen Institutionen in Amerika, in der noch Vernunft regiert, statt politisches Chaos und Gezerre. Es ist im Interesse von Amerikas Finanz- und Unternehmenswelt, dass das auch so bleibt. Sonst werden sie später die Rechnung dafür zahlen.

    Mehr: Trumps umstrittene Wunschkandidatin Judy Shelton könnte bald Fed-Gouverneurin werden.

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    2 Kommentare zu "Kommentar: Der Fed droht eine neue Gefahr"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Bezeichnen Sie bitte Zentralbanken nie mehr als Währungs-"Hüter". Deren Job ist die Währungs-Zerstörung.
      Was bitteschön sollen sie denn auch überhaupt "hüten"? Schafe haben sie dort nicht, bestenfalls Computernullen.
      Das Einzige, was sie wirklich "hüten" könnten, sind harte Assets - also etwa solche, wie sie in Fort Knox (angeblich) gelagert werden, ohne, dass es jedoch seit Jahrzehnten ein Audit gegeben hätte.
      In nicht allzu ferner Zukunft werden sie dieses Audit jedoch machen müssen...

    • Die FED verfolgt seit vielen Jahren eine extrem unvernünftige Geldpolitik und weitet die Geldmenge viel zu stark aus. Die FED als "Stimme der Vernunft" im Konzert der Notenbanken zu beschreiben ist verfehlt.

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