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Kommentar Der Wunsch nach selbstfahrenden Autos darf kein Risiko sein

Tesla will beim autonomen Fahren führend sein – und liefert unausgereifte Fahrerassistenzsysteme aus. Das ist nicht innovativ, sondern fahrlässig.
12.01.2021 - 19:54 Uhr Kommentieren
Der „Full Self Driving“-Modus des Elektroautobauers ist in Wahrheit nicht mehr als ein Fahrerassistenzsystem. Der Fahrer muss permanent die Fahrt überwachen. Quelle: Bloomberg
Tesla

Der „Full Self Driving“-Modus des Elektroautobauers ist in Wahrheit nicht mehr als ein Fahrerassistenzsystem. Der Fahrer muss permanent die Fahrt überwachen.

(Foto: Bloomberg)

Es kommt immer wieder vor, dass Autobauer Fahrzeuge ausbessern müssen, nachdem sie bereits an Kunden verkauft worden sind. Im Produktionsprozess können sich Fehler einschleichen. Die Hersteller entschließen sich in dem Fall meist für einen Facelift des Modells, um Kinderkrankheiten auszubessern. Nicht weiter schlimm, wenn es nur um kleine Ausbesserungen des Motors oder des Innenraums geht.

Was völlig anderes ist es, wenn man ein unausgereiftes System für autonomes Fahren ausliefert. Tesla macht genau das: Videos der Ersttester des sogenannten „Full Self Driving“ (FSD), des teilautonomen Fahrsystems Teslas, zeigen, dass die Fahrzeuge in kritischen Momenten falsch reagieren. Die Fahrer müssen eingreifen, um zu verhindern, dass ihr Tesla in den Gegenverkehr steuert oder in eine Baustelle kracht.

Was Konzernchef Elon Musk gern als hochautomatisiertes Fahren verkauft, bewegt sich in Wahrheit auf einem unteren Level-3-Niveau. Das heißt: Das Auto kann auf einer Autobahn weitgehend selbstständig fahren, die Spur halten, abbremsen. Einfache Situationen auf der Landstraße sind auch noch drin. Im wuseligen Stadtverkehr sollten Autofahrer besser selbst die Lenkentscheidungen treffen.

Tech-Apologeten und Tesla-Fans halten gern dagegen, dass FSD doch die meisten Verkehrssituationen auch in der Stadt sehr passabel meistere. Aber wenn es um das vollautonome Fahren geht, kann man nicht einfach die Härtefälle komplexer Verkehrssituationen ausblenden und dann behaupten, dass es sich um ein vollautomatisiertes Roboterfahrzeug handelt. Das ist nicht innovativ, sondern fahrlässig.

Traditionelle Autohersteller wie Honda oder Mercedes, die Level-3-Systeme auf den Markt bringen, können sich Zwischenfälle wie bei Tesla nicht erlauben. Ihre Reputation steht auf dem Spiel. Sie gehen schrittweise, langsamer vor und warten auf grünes Licht des Gesetzgebers. In Deutschland dürften spätestens im kommenden Jahr die gesetzlichen Rahmenbedingungen für das autonome Fahren stehen.

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Die Google-Tochter Waymo, die Robotaxis entwickelt, hat übrigens zuletzt erklärt, dass sie den Begriff „self driving“ nicht mehr verwenden wird. Stattdessen wird Waymo seine Technologie als „fully autonomous driving technology“ bezeichnen, zu Deutsch: „vollständig autonome Fahrtechnik“.

Die Umetikettierung hat einen Grund: „Leider stellen wir fest, dass einige Autohersteller den Begriff „selbstfahrend“ ungenau verwenden, um Kunden und der Öffentlichkeit einen falschen Eindruck von den Fähigkeiten der fahrerunterstützenden Technologien zu vermitteln“, teilte das Unternehmen mit. Mit dem Autohersteller dürfte Tesla gemeint sein.

Mehr: Traditionelle Autobauer könnten Tesla überholen.

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