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Kommentar Deutschland sollte bei Open Data eine Vorreiterrolle einnehmen

Die Coronakrise zeigt: Wenn Staaten, Forscher und Unternehmen ihre Daten teilen, profitiert davon die Allgemeinheit. Deutschland braucht einen Kulturwandel beim Thema Open Data.
14.10.2020 - 11:14 Uhr Kommentieren
Viele Forschungsdaten, die mit Steuergeldern erhoben werden, gehen in Deutschland verloren. Eine nationale Big-Data-Strategie könnte das ändern. Quelle: imago/photothek
Rechenzentrum in Berlin

Viele Forschungsdaten, die mit Steuergeldern erhoben werden, gehen in Deutschland verloren. Eine nationale Big-Data-Strategie könnte das ändern.

(Foto: imago/photothek)

Dass Daten der wertvollste Rohstoff der postindustriellen Ära sind, ist inzwischen eine Binsenweisheit. Doch wie kann sich ein Staat so organisieren, dass er aus den dort produzierten Daten maximalen Nutzen zieht? Hier hat auch Deutschland gewaltigen Nachholbedarf.

In der Corona-Pandemie sehen wir fast täglich, was möglich ist, wenn Forscher ihre Erkenntnisse miteinander teilen. Obwohl Covid-19 vor weniger als einem Jahr entdeckt wurde, haben Wissenschaftler auf der ganzen Welt eine Fülle von Informationen über die Krankheit gesammelt. Nur so ist es möglich, dass es wahrscheinlich schon im kommenden Jahr einen Impfstoff geben wird, und nicht erst in zehn Jahren. Dieser offene Datenaustausch muss über alle Disziplinen hinweg Schule machen, damit aus Wissen schneller nutzbare Innovationen werden.

Dabei ist die Datenstrategie der Regierung nur ein Anfang. Bislang koordinieren die einzelnen Ministerien ihre Big-Data-Aktivitäten noch nicht einmal. Und auch neue Datensammelstellen wie etwa die Wirtschaftsplattform Gaia-X müssen erst noch national und europaweit vernetzt werden.

Doch die Herausforderung für Deutschland ist noch viel größer: Der Staat muss vorangehen und seine Daten teilen. Es kann nicht sein, dass – wie etwa bei den Pisa-Tests  – mit Steuergeld unzählige Daten erhoben werden, die dann nur von einigen Forschern mit Regierungsauftrag ausgewertet werden dürfen. Solche Daten sollten allen Forschern offenstehen.

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    Für Forscher muss es sich lohnen, Daten zu teilen

    Zudem fehlt es vor allem Unis noch weitgehend an Infrastruktur, um Daten so zu speichern und aufzubereiten, dass sie auch von allen genutzt werden können, etwa von Unternehmen. Viele Informationen gehen etwa verloren, wenn Forschungsprojekte auslaufen. Universitäten fehlt es oft an Geld und Personal, um die gesammelten Forschungsergebnisse zugänglich zu halten. Schon allein die digitale Lehre ist eine Riesenaufgabe für die Hochschulen. Für eine hochschulweite effektive Datenstrategie, von der ganz nebenbei auch Start-ups profitieren würden, fehlen da die Ressourcen. 

    Von allein wird sich eine solche offene Datenlandschaft in Deutschland nicht entwickeln. Der Staat muss sie finanzieren und Anreize setzen, damit sich das Teilen von Daten für die einzelnen Lehrenden und auch  für die ganze Institution lohnt. 

    Politiker wie Wirtschaftsminister Peter Altmaier oder Forschungsministerin Anja Karliczek haben die Bedeutsamkeit des Themas erkannt und entsprechende Projekte angeschoben. Doch andere Staaten sind uns voraus. Der nötige Kulturwandel hin zu schnellen, agilen Datenflüssen fällt offenbar gerade den ordentlichen Deutschen schwerer als anderen.

    Vielleicht liegt das auch daran, dass wir so gern perfekt sind und ungern Fehler einräumen. Ohne eine neue Fehlerkultur aber funktioniert die schöne neue Datenwelt nicht. Auch das können wir aus den vielen Korrekturen der Experten in diesem Corona-Jahr lernen.

    Mehr: „Wir lernen, was es zu gewinnen gibt“ – Berater der Bundesregierung fordern Open-Data-Strategie

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