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Kommentar Die Schule muss am 10. Januar mit Präsenzunterricht starten – für alle Kinder

Immer mehr Bildungspolitiker liebäugeln damit, die Schulen weiter geschlossen zu lassen. Besser wäre es, den Unterricht Corona-sicher zu machen.
29.12.2020 - 18:16 Uhr Kommentieren
Viele Politiker stellen infrage, dass die Schulen nach dem 10. Januar wieder geöffnet werden sollten. Quelle: dpa
Coronavirus

Viele Politiker stellen infrage, dass die Schulen nach dem 10. Januar wieder geöffnet werden sollten.

(Foto: dpa)

Hamburg In Deutschland herrscht Schulpflicht. Das bedeutet: Eltern müssen ihre Kinder in die Schule schicken. Es gehört zu den vielen Unglaublichkeiten des Corona-Jahres 2020, dass inzwischen die Eltern den Staat daran erinnern müssen, dass die Schulpflicht auch umgekehrt gilt: Der Staat hat Schulunterricht anzubieten. Und dieser Pflicht tut er nicht Genüge, indem die Lehrer auf wackeligen Onlineportalen ein paar Aufgaben zum Herunterladen anbieten.

„Homeschooling“, so der Euphemismus für diese geistige Armenspeisung, ersetzt nicht einmal annähernd den Präsenzunterricht im Klassenraum. Vor allem nicht für all jene Kinder, die zu Hause keinen höhenverstellbaren Kiefernholzschreibtisch und keine akademisch vorgebildeten Eltern mit überschüssiger Tagesfreizeit als Ersatzlehrer vorfinden.

Nicht umsonst hatte nach dem ersten Corona-Lockdown Einigkeit in der deutschen Politik geherrscht, dass es nie wieder zu flächendeckenden Schulschließungen kommen dürfe.

Von dieser Erkenntnis ist kaum noch etwas übrig. Ganz nonchalant lassen immer mehr Politiker fallen, dass man halt mal schauen müsse, ob man die bis zum 10. Januar geschlossenen Schulen dann tatsächlich wieder öffnen könne. Als ginge es hier um die Wiedereröffnung von Shishabars und nicht um die wahrscheinlich wichtigste Hoheitsaufgabe des Staates überhaupt.

Zu den Ausnahmen zählt die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann. Für ihre Forderung, die Schulen in jedem Fall ab dem 11. Januar wieder zu öffnen, musste sie viel Kritik einstecken. In der Tat, es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich das Coronavirus auch in Schulen verbreitet. Doch das liegt vor allem am unerträglichen Attentismus, den sich viele Kultusbehörden seit Beginn der Pandemie erlauben.

Genug leer stehende Säle in Hotels, Universitäten und Kongresszentren

In den oft winzigen Klassenzimmern kann kein Sicherheitsabstand eingehalten werden? Ja, warum wurde der Unterricht denn nicht längst in größere Räume verlegt? Es gibt derzeit genug leer stehende Säle in Hotels, Universitäten und Kongresszentren.

Die Corona-Impfzentren werden schließlich auch in angemieteten Messehallen eingerichtet. Ersatzweise könnte man auch die Klassengrößen halbieren, den Unterricht auf vor- und nachmittags verteilen und die Hunderte von Fachreferenten in den Kultusministerien vorübergehend an die Bildungsfront abkommandieren. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Genau an diesem Willen scheint es in den Ministerien zu fehlen. Die Schule dichtmachen ist schließlich viel einfacher, das erfordert nur einen Erlass und keine Überstunden. Liebe Kultusminister, tut endlich Eure verdammte Schulpflicht!

Mehr: Nach langen Verhandlungen kann sich der Bund am Ganztagsausbau der Länder beteiligen. Bis 2029 soll jedes Grundschulkind einen Ganztagsplatz bekommen können.

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