Kommentar: Die zweifelhafte Magie der Künstlichen Intelligenz

Immer wieder lassen sich Menschen vom Zauber ihrer eigenen Erfindungen in den Bann schlagen.
Foto: HandelsblattFliegende Autos, bizarr designte Raumschiffe, Angriffe aus dem All, menschliche Siedlungen auf dem Mars, rätselhafte Intelligenz auf einem Himmelskörper namens Solaris, sprechende Computer, Reisen mit Über-Lichtgeschwindigkeit – so stellte man sich für lange Zeit im 20. Jahrhundert das 21. Jahrhundert vor. Manche Träume werden weiterverfolgt wie das Mars-Projekt von Tesla-Gründer Elon Musk oder realisiert wie Drohnen als Flugtaxis. Aber vieles ist verblasst.
Doch zugleich wurden die alten Tech-Träume noch übertrumpft durch das Internet, das uns die früher den Göttern vorbehaltene Gabe verleiht, überall auf der Welt zugleich präsent zu sein, sich zu informieren, mitzumischen. Nach einem verfrühten Hype, der zur Jahrtausendwende zusammenbrach, wurden dann die Firmen gegründet, die heute die Welt der Daten und der Börsen beherrschen.
Der Alltag hat sich durch Internet plus Smartphone plus Social Media stärker verändert, als viele der kühnsten Science-Fiction-Träume der Vergangenheit prophezeit haben.
Computer können längst auch schon sprechen und zuhören – ganz wie in den Hörspielen des polnischen Autors Stanislaw Lem, der wie kaum ein anderer Technikversessenheit, Intellekt und literarische Qualität zu verbinden wusste. Und damit ist auch schon eine sehr wichtige, bereits seit Jahren bekannte Anwendung von Künstlicher Intelligenz benannt: Spracherkennung und -generierung, und das einschließlich Übersetzungen in andere Sprachen.