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KommentarE wie ernüchternd – VW-Elektroboom hat zwei Haken

Deutschlands beliebteste Automarke verkauft im ersten Halbjahr so viele Stromer wie nie, verdient daran aber kaum. Die große Rechnung steht noch aus.Lazar Backovic 10.07.2025 - 08:10 Uhr
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Volkswagen-Logo: Mehr Absatz ist gut, bloß zu welchem Preis? Foto: AFP

„Endlich!“, möchte man rufen – zumindest, wenn man sich noch für die deutsche Autoindustrie erwärmen kann: Volkswagen verkauft so viele E-Autos wie nie. Fast 15 Prozent legte die Kernmarke im ersten Halbjahr zu, in Europa fiel das Plus noch deutlich höher aus.

Das klingt stark – doch Volkswagens E-Auto-Boom hat gleich zwei Haken:

  • Erstens fällt das Wachstum auch deshalb so stark aus, weil das Vorjahr ungewöhnlich schwach war. 2024 schrumpfte der europäische E-Auto-Markt erstmals. Das abrupte Ende der Umweltprämie in Deutschland traf vor allem Volkswagen hart. Die aktuellen Zuwächse holen also zunächst einmal verlorenes Terrain zurück.
  • Zweitens ist die Elektromobilität für VW bislang ein Zuschussgeschäft. Die operative Marge der Marke lag im ersten Quartal bei nur 0,5 Prozent – im Vorjahr waren es noch 3,9 Prozent.

Die Gründe sind vielfältig: hohe Batteriekosten, zunehmender Preisdruck, struktureller Umbau. Aber klar ist auch: Der gestiegene E-Anteil im Verkaufsmix belastet die Rendite. Zur Erinnerung: Ziel sind 6,5 Prozent Marge bis 2029. Davon ist man in Wolfsburg aktuell weit entfernt.

Immerhin: VW gelobt Besserung. Mit neuen Modellen wie dem 25.000-Euro-Stromer ID.2 sollen und wollen die Wolfsburger erstmals Margenparität erreichen. Der Beweis steht allerdings noch aus. Dazu kommt: In der Regel verdienen Autobauer ihr Geld nicht im Kleinwagen-, sondern im Premiumsegment.

VW bleibt wenig anderes übrig, als den E-Absatz hochzufahren. Denn ab diesem Jahr verschärft die EU ihre CO2-Flottenziele. Wer nicht liefert, zahlt – zwar erst nach 2027, doch entscheidend sind die Verkaufszahlen ab jetzt. Ohne frühzeitiges Gegensteuern drohen milliardenschwere Strafzahlungen.

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