Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Entlassungen trotz Milliardenkredit: Staatshilfe für Tui war ein Fehler

Trotz staatlicher Kredite streicht Tui Tausende Jobs. Die KfW-Milliardenhilfe für den Reisekonzern wäre an anderer Stelle besser angelegt gewesen.
13.05.2020 - 15:58 Uhr 3 Kommentare

Tui streicht Stellen und stellt neues Konzept vor

Wen hat der deutsche Steuerzahler da eigentlich Ende März gerettet? 1,8 Milliarden Euro Notkredit bewilligte die Bundesregierung der Tui kurz nach dem Corona-Ausbruch – ein Betrag, der über die staatseigene KfW ausgereicht wurde und für den der Steuerzahler im Ernstfall zu 80 Prozent geradesteht.

Gekleckert wurde nicht. So hoch fiel die Summe aus, dass Berlin den Pauschalreiseanbieter nach heutigem Börsenwert auch gleich komplett hätte kaufen können.

Nun gelten Staatskonzerne hierzulande nicht gerade als zukunftsträchtig. Nur: Das weiterhin streng marktwirtschaftliche Geschäftsgebaren der Tui dürfte kaum dazu beitragen, diese Meinung in der Öffentlichkeit zu erhärten.

Jede neunte Stelle, und damit 8000 Jobs, hat Vorstandschef Fritz Joussen kurz nach Eingang der Gelder auf die Streichliste gesetzt. Die deutschlandweit gut 11.000 Arbeitsplätze dürften überproportional betroffen sein – schließlich geht es dem Hannoveraner Konzern vorrangig um den Abbau von Overhead-Kosten.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Mit dem Geld hätte man die 10.000 deutschen Reisebüros mit ihren fast 100.000 Mitarbeitern über Wasser halten können, die seit Ausbruch der Pandemie um ihre Existenz bangen. Oder auch Hotels, denen der Urlaubsverkehr auf Behördenweisung untersagt ist.

    Stattdessen freuen sich, wenn schon nicht die Tui-Mitarbeiter, nun zumindest die Anteilseigner des in London notierten Reisekonzerns. Da ist der russische Oligarch Alexej Mordaschow, dem ein Viertel von Tui gehört, die steinreiche spanische Hoteliers-Familie Riu (vier Prozent) oder der ägyptische Milliardär Hamad El Chiaty (fünf Prozent).

    Neben den vermögenden Ausländern hat sich die Bundesregierung mit dem Kredit wohl auch selbst retten wollen. Im Fall einer Tui-Insolvenz wäre aufgeflogen, dass sie selbst nach der Thomas-Cook-Pleite nicht für eine ausreichende Kundengeldabsicherung sorgte, wie es Brüssel seit 1990 verlangt. Berlins Tatenlosigkeit kommt den Steuerzahler damit jetzt teuer zu stehen.

    Mehr: Tui streicht in der Coronakrise 8000 Stellen

    Startseite
    Mehr zu: Kommentar - Entlassungen trotz Milliardenkredit: Staatshilfe für Tui war ein Fehler
    3 Kommentare zu "Kommentar: Entlassungen trotz Milliardenkredit: Staatshilfe für Tui war ein Fehler"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Die Staatshilfe ist kein Fehler.
      Kredite müssen zurückgezahlt werden. Und es ist klar, dass dies nur über Einsparung geht.
      Die meisten Geschädigten können keine Kredite zurückzahlen. Wovon auch?
      Steuervorauszahlungen müssten gestrichen werde. Geleistete Steuerzahlungen müssten Rückerstattet werden und die Kosten der Zwangsschließung und Grenzschließung erstattet werden
      Darüberhinaus müssten sofort Abschreibungen gemacht werden können, für alles, was über die reine Kostenerstattung hinausgeht.
      Die Kredite führen nur zu Überschuldung.
      Die Kreditvergabe mit der "Gießkanne" ist falsch.
      Wenn der Staat Läden und Grenzen schließt muß er für den Schaden aufkommen.
      Es gibt ein Bundesseuchen Gesetz indem der Staat für die Kosten einer Zwangsschließung aufkommen muß. Diese Zwangsschließung wurde in großem Stil vorgenommen.
      In meinen Augen müssen Entschädigungen gezahlt und Steuern rückerstattet werden.
      Nicht nur für Unternehmen, für jeden einzelnen Bürger, Selbstständigen, Ladenbesitzer und Unternehmer und Unternehmen, egal welcher Größe und Rechtsform.

    • Herr Bormann,
      mir geht es wie Ihnen, ich verstehe Herrn Schlautmann nicht! Es handelt sich um einen Kredit, der zurückgezahlt werden muss. TUI war bisher ein gut geführtes Unternehmen und leidet unter den Beschränkungen durch Corona besonders, ähnlich wie Lufthansa etc..
      Es wird doch mit Milliarden nur so um sich geschmissen, wer hat noch nicht, wer will noch mal, warum nicht auch für die Reisebranche.

    • So richtig verstehe ich den Ansatz nicht - ein Unternehmen, dem Fremdkapital gegeben wurde und dessen Kosten sich dadurch erhöhen, soll gleichzeitig gezwungen werden, sich nicht an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen? Dabei hieß es doch in der Politik - und im Grundsatz kann ich dem zustimmen -, unterstützt werden sollen nur Unternehmen mit einem zukunftstauglichen Geschäftsmodell. Ein deutlich reduziertes Geschäft mit der gleichen Personalstärke wie bisher fortzuführen, scheint mir in des nicht zukunftstauglich, sondern wirtschaftlicher Selbstmord.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%