Kommentar: Hella ist erst der Anfang: Die Zuliefererindustrie steht vor einer Konsolidierungswelle
Knorr-Bremse bietet für das zum Verkauf stehende Unternehmen.
Foto: BloombergDie mögliche Hella-Übernahme durch Knorr-Bremse ist der Auftakt für eine grundlegende Veränderung, die der Autozulieferindustrie bevorsteht. Der Umbruch beim Antrieb – weg vom Verbrenner hin zu Elektromotoren – und der zunehmende Einfluss der Software in der Autoindustrie verändern die Spielregeln. Viele Zulieferer in Deutschland in ihrer jetzigen Form werden diesen Wandel nicht überleben oder nur noch eine Nebenrolle spielen.
Bei Branchenexperten hat das Übernahmeangebot von Knorr-Bremse daher keine Verwunderung ausgelöst. Seit Langem rechnen sie mit einer Konsolidierungs- und Fusionswelle in der Zulieferindustrie. Wer überleben will, sucht sich entweder starke Partner, trennt sich von Geschäftsteilen oder kauft selbst ein.
Es ist die Stunde der Restrukturierer, Investmentbanker und Finanzinvestoren. Im ganzen Land sind derzeit Berater für eine Bestandsaufnahme unterwegs. Selbst kleinste Gießereien in Nordrhein-Westfalen oder Baden-Württemberg bekommen derzeit Besuch von McKinsey und Co.
Auch Privat-Equity-Häuser wittern ihre Chance, zumal das Kapitalmarktumfeld wegen der niedrigen Zinsen ihnen derzeit in die Hände spielt. Zuletzt hat sich beispielsweise die Beteiligungsgesellschaft Mutares bei der Kunststoffsparte des austrokanadischen Zulieferers Magna eingekauft. Die Sparte macht einen Jahresumsatz von knapp 400 Millionen Euro.