Autozulieferer: Knorr-Bremse greift nach Hella – Hella-Aktienkurs steigt kräftig
Käme Knorr-Bremse zum Zuge, entstünde nach Bosch, Continental und ZF der viertgrößte Autozulieferer Deutschlands.
Foto: Hella, Knorr-BremseFrankfurt, Stuttgart, Düsseldorf. Der Münchener Automobilzulieferer Knorr-Bremse ist in das Bieterrennen um den Elektronikspezialisten Hella eingestiegen. Der Konzern habe Interesse am Erwerb des Aktienpakets der Gesellschafterfamilien Hueck und Röpke, bestätigte Knorr nach einer Anfrage des Handelsblatts. Die Eignerfamilien wollen ihren Anteil von zusammen 60 Prozent in neue Hände geben, um Hella zukunftssicher zu positionieren.
Bei der mit dem Verkauf beauftragen Investmentbank Rothschild haben neben Knorr-Bremse auch schon einige Finanzinvestoren sowie der französische Wettbewerber Faurecia ihr Interesse an einer Übernahme hinterlegt. Die Banker wollen mit Vertretern der Familien nun über die bislang unverbindlichen Angebote diskutieren und dann entscheiden, mit welchen Bietern vertiefte Verhandlungen geführt werden.
Wer immer das Aktienpaket übernimmt, ist in der Folge verpflichtet, allen anderen Minderheitsgesellschaftern ebenfalls ein Angebot zum Kauf der ausstehenden Anteile zu unterbreiten. In Summe könnte sich der Kaufpreis für Hella auf rund sieben Milliarden Euro belaufen. Die Hella-Aktien notierten am Dienstag zeitweise rund acht Prozent im Plus.
Mit dem Ende des Verbrenners und der Digitalisierung der Branche wächst der Konsolidierungsdruck. Dies gilt auch für Knorr-Bremse, obwohl der Konzern als Hersteller von Bremsen bislang weniger von der Umstellung auf Elektroantriebe betroffen ist als viele Wettbewerber. Zusammen würden Knorr und Hella gemessen am Umsatz zur Nummer vier der Branche hinter Bosch, Conti und ZF aufrücken.