Kommentar: Holpriger Neuanfang an der Bahn-Spitze

Mit Evelyn Palla soll eine erfahrene Managerin die Führung der Deutschen Bahn übernehmen. Das ist eine gute Nachricht: Palla kennt den Konzern aus dem Effeff und hat bei DB Regio bewiesen, dass sie reformieren, stabilisieren und vor allem Ergebnisse liefern kann.
Die Regionaltochter schreibt seit dem vergangenen Jahr wieder schwarze Zahlen. Sie ist deutlich pünktlicher als der chronisch verspätete Fernverkehr, und Palla gelang es, den Verlust von Ausschreibungen an private Wettbewerber zu stoppen. Der Marktanteil liegt stabil bei rund 60 Prozent.
Palla bringt zudem Finanzexpertise mit: Ihre Karriere bei der Deutschen Bahn begann sie als Finanzvorständin von DB Fernverkehr. Zudem kennt die Südtirolerin internationale Best Practices von einer vorherigen Station bei den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Eines der Systeme, auf das Deutschland bahntechnisch nicht ohne Grund neidisch blickt.
Erschwerte Startbedingungen
Genau das braucht der Staatskonzern. Doch der Weg zu Pallas Ernennung war holprig. Wochenlang wurde ein externer Hoffnungsträger gesucht, nur um am Ende die interne Lösung zu präsentieren. Die Lösung, die schon vor einem halben Jahr diskutiert wurde und bei der es hieß, Palla fehle die politische Schlagkraft. Auch die mächtige Gewerkschaft EVG hatte sich für einen externen Manager oder eine externe Managerin ausgesprochen.