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Kommentar Im Wahljahr 2021 werden Managergehälter ein heißes Thema

Aufgrund steigender Aktienkurse könnten die Langfristprämien der Vorstände trotz Corona zulegen. Da dürfte sich die Politik wieder einmal einschalten.
25.08.2020 - 04:00 Uhr Kommentieren
Was dürften Vorstände verdienen? In Wahljahren immer wieder ein beliebtes Thema.
Managergehälter

Was dürften Vorstände verdienen? In Wahljahren immer wieder ein beliebtes Thema.

Das Coronajahr 2020 bringt nicht nur so manchen Manager an die Grenzen seiner Fähigkeiten. Auch die Vergütungen der Spitzenkräfte in den heimischen Unternehmen stehen vor einer harten Probe. Noch nie war es so einfach festzustellen, ob Anspruch und Wirklichkeit der Vorstands-Vergütungssysteme in Einklang stehen.

Die wirtschaftlichen Spuren der Pandemie sind bei vielen Unternehmen nicht zu übersehen. Wochenlange Kurzarbeit für einen Großteil der Beschäftigten, Umsätze nahe dem Nullniveau, Verlust statt Gewinn. Das, so jedenfalls die Theorie, müsste sich auch in den Jahresboni der Manager niederschlagen. Es sollen ja Erfolgsprämien sein.

Nun darf als gesichert angenommen werden, dass so mancher freiwillige Verzicht schon vorsorglich ausgesprochen wurde. Mancher Vorstand, der die Mechanismen seines Vertrags verinnerlicht hat, ahnt, dass es ziemlich peinlich aussehen würde, wenn seine Boni kräftig sprudeln, während die Mitarbeitenden auf ein Drittel ihrer Einkommen verzichten. Selbst wenn sie dafür nicht arbeiten müssen, während der Chef sich abrackert, um die Firma zu retten.

Was dem Vorstand bleibt, ist eine ohnehin solide Grundvergütung, die sich bei Dax-Vorständen inzwischen deutlich oberhalb der Millionengrenze bewegt. Und natürlich die Langfristtantiemen (LTI). Die haben es in diesem Jahr besonders in sich.

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    Die meisten LTI sind an die Entwicklung des Aktienkurses des eigenen Unternehmens gekoppelt, jedenfalls zu weiten Teilen. Das ist auch in Ordnung so, nur in diesem Jahr entfaltet dieser Mechanismus eine nicht zu unterschätzende, gefährliche Wirkung.

    Langfristtantieme sichern Chefs oft ein sattes Plus

    Denn die Kurse der an der Börse notierten Unternehmen haben sich komplett von der ökonomischen Lage entfernt. Während die Realwirtschaft tief in die Coronakrise rutscht, machen die Aktienmärkte schon auf Zukunft. Die Börsenkurse kennen nach einer kurzen Schockstarre zu Beginn nur noch eine Richtung – die nach oben.

    Langfristtantieme, so ist zu erwarten, werden denselben Weg nehmen. Kurzum: Am Geschäftsjahresende wird sich für manchen Vorstand herausstellen, dass Corona gar nicht schlimm war. Jedenfalls nicht auf dem Gehaltskonto. Das wird schwer zu vermitteln sein.

    Die eigentliche Brisanz liegt aber darin, dass 2021 ein neuer Bundestag gewählt wird. Die Erfahrung lehrt, dass Managervergütungen in solchen Zeiten ein willkommenes Thema sind, um Stimmen zu fangen und gesetzgeberisch aktiv zu werden. Das dürfte jetzt wieder so sein. Die Vergütungsberichte der Unternehmen werden reichlich Stoff dazu liefern.

    Mehr: Nach dem Coronajahr droht Zoff um die Managergehälter

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