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KommentarInvestiert! In Start-ups und damit in die Technologien der Zukunft

Deeptech-Start-ups können in der deutschen Wirtschaft mit Innovationen für frischen Wind sorgen. Dafür brauchen sie aber ausreichend Geld, um es überhaupt bis zur Marktreife zu schaffen.Nadine Schimroszik 22.09.2023 - 09:29 Uhr
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Start-ups wie die Raumfahrtfirma Isar Aerospace könnten für frischen Wind in der deutschen Wirtschaft sorgen.

Foto: dpa

Das erste Motorrad, das erste Automobil, der erste Fernsehapparat und mit dem Z3 der erste Computer: Aus Deutschland kommen viele Erfindungen, die die Basis ganzer Wirtschaftszweige sind. Damit die Aufzählung nicht mit dem Computer endet, braucht es neue ökonomische Hoffnungsträger.

Diese könnten aus dem kapitalintensiven Deeptech-Sektor kommen, der sich auf disruptive Technologien für die nächste Entwicklungswelle konzentriert.

Start-ups wie die Raumfahrtfirma Isar Aerospace und das Kernfusionsunternehmen Marvel Fusion wecken die Hoffnung, dass Deutschland endlich die große Expertise an den Universitäten in die Geschäftswelt transferieren kann. Doch um bei der Industrialisierung von Technologien im internationalen Wettbewerb mithalten zu können, benötigen Start-ups viel Geld.

Und genau an diesem fehlt es, vor allem, wenn es um Summen oberhalb von 100 Millionen Euro geht - in Deutschland mehr als in anderen Ländern wie den USA oder Großbritannien.

Aus dem Deutschen Startup-Monitor geht hervor, dass bei Finanzierungsrunden ab dieser Höhe fast die Hälfte des Geldes aus den USA kommt. Das liegt in erster Linie daran, dass Fonds hierzulande schon immer kleiner, seltener und weniger risikofreudig waren.

Bisher sind kaum institutionelle Geldgeber wie Versicherungen in das System eingebunden. Und mitten in der Wirtschaftsschwäche und Zinswende halten diese meist noch mal mehr Abstand von Wagniskapitalfonds, die in der Regel erst nach Jahren Rendite abwerfen und deren Höhe zudem noch unberechenbar ist.

>>Lesen sie hier dazu mehr: Das müssen ESG-Manager wirklich können

Der Kapitalmangel in der Wachstumsphase hat Folgen. Ist erstmal ein US-Investor an Bord, gibt es noch mehr Kontakte ins Silicon Valley oder New York. Damit werden ein potenzieller Börsengang an der Wall Street oder ein Verkauf der Technologien in die USA deutlich einfacher.

Um sich an innovativen Firmen mit Vision umfangreich beteiligen zu können und ihnen damit auch ein finanzielles Zuhause in Deutschland zu geben, benötigen die hiesigen Fonds Unterstützung.

Das kann über den Staat passieren, der Einlagen umfangreicher absichert und stärker als bisher als Mitfinanzier über die KfW auftritt.

Zwar geht die Bundesregierung das Problem mit dem aus verschiedenen Bausteinen bestehenden Zukunftsfonds an, aber recht halbherzig und langsam. So wartet die Branche weiterhin auf Steuerabschreibungsmöglichkeiten wie es sie beispielsweise in Frankreich gibt. In Deutschland wurde unterdessen der Deep Tech & Climate Tech Fonds (DTCF) geschaffen.

Dieser stellt pro Finanzierungsrunde allerdings maximal 30 Millionen Euro zur Verfügung. Bei den bisherigen zwei Investments floss allerdings deutlich weniger Geld. Damit kommen die Firmen nicht weit. Gerade im Deeptech-Sektor werden hohe Summen über Jahre benötigt, bis nach dem Durchbruch auch hohe Umsätze fließen können.

Als Beispiel: Isar Aerospace dürfte allein bei einem Fehlstart mehrere Millionen ärmer sein.

Fest steht, innovative Firmen mit Vision und guten Erfolgsaussichten müssen nicht in Deutschland bleiben, um erfolgreich zu sein. Marvel Fusion wird die nächste Forschungsanlage in den USA bauen. Noch hält das Unternehmen am Hauptstandort in München fest.

Aber es macht auch klar, dass einiges passieren muss, damit es dabei bleibt. Ein lebendiges Ökosystem und ein funktionierender Finanzierungsmarkt sind Voraussetzung dafür, dass aus Deutschland neue Exportschlager kommen können.

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