Kommentar: Warum es sinnlos ist, dass die Regierung Milliarden für Strom ausgibt

Das Versprechen im Koalitionsvertrag für sinkende Strompreise ist von bestechender Klarheit: „Wir wollen Unternehmen und Verbraucher in Deutschland dauerhaft um mindestens fünf Cent pro Kilowattstunde mit einem Maßnahmepaket entlasten.“ Es ist keine vier Monate her, dass CDU, CSU und SPD das unterzeichnet haben. Doch schon jetzt ist klar, dass die Entlastung um „mindestens fünf Cent“ für alle Verbrauchergruppen nicht eintreten wird.
Der Grund: Es überfordert den Staat, das Energieversorgungssystem für alle Verbrauchergruppen in Richtung bezahlbarer Strompreise herunterzusubventionieren.
Wie mühselig und aussichtslos das Vorhaben ist, wird gerade jetzt deutlich: Am Mittwoch will das Bundeskabinett den angekündigten Zuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten in Höhe von 6,5 Milliarden Euro für das Jahr 2026 beschließen. Der Wert entspricht in etwa der Hälfte der Stromübertragungsnetzentgelte des Jahres 2025.
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Nimmt man diesen Wert als Bezugsgröße, kann das Stromübertragungsnetzentgelt auf 3,325 Cent je Kilowattstunde halbiert werden. Die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher werden deshalb aber nicht um 3,325 Cent entlastet. Denn: Private Haushalte zahlen nur einen Bruchteil der Kosten für die Stromübertragungsnetze. Nur sehr große Stromabnehmer zahlen die Entgelte in voller Höhe, sie werden entsprechend stark entlastet. Für private Haushalte bleiben durchschnittlich zwei Cent Entlastung.