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Deutsche und amerikanische Flagge

Beide Länder verzeichneten im zweiten Quartal einen zweistelligen Einbruch der Wirtschaftsleistung.

(Foto: AP)

Kommentar Konjunktureinbruch: Was Deutschland und die USA unterscheidet

Die Wirtschaftsleistung ist hier wie dort zweistellig eingebrochen. Doch das Vertrauen in die staatlichen Institutionen ist der Schlüssel zur Überwindung der Krise.
31.07.2020 - 08:20 Uhr Kommentieren

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, wie tief die Corona-Pandemie die Weltwirtschaft in Mitleidenschaft zieht – die Statistiker haben ihn jetzt geliefert: zweistellige Einbrüche der Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal in den USA und in Deutschland.

Schwacher Konsum, schwacher Außenhandel, schwache Investitionen – all das war zumindest in Deutschland angesichts des staatlich verordneten Lockdowns in Teilen erwartbar, wenn auch nicht in dieser Dimension. Und es war auch erwartbar angesichts der Tatsache, dass kaum ein Land so abhängig von der Entwicklung der Weltwirtschaft ist wie Deutschland: Sind die internationalen Lieferketten gestört, sei es durch einen Handelskonflikt oder sei es durch ein kleines Virus – es trifft vor allem Deutschland.

Erstaunlich dagegen auf den ersten Blick ist, dass es die USA in ähnlicher Größenordnung getroffen hat. Obwohl die staatlichen Restriktionen vor allem wegen der Weigerung des Präsidenten, die Pandemie wirklich ernst zu nehmen, wesentlich kürzer galten und auch lückenhafter waren als hierzulande.

Das zeigt zweierlei: Es sind nicht nur die staatlichen Zwangsmaßnahmen, die die Wirtschaft lähmen. Es ist auch die Angst vor dem Virus an sich.

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    Die Krise ist in ihrer Qualität und Dimension neu

    Das heißt allerdings auch, dass es eine nachhaltige Erholung erst geben kann, wenn das Virus wirklich eingedämmt ist. Den oft behaupteten Gegensatz von ökonomischen und gesundheitlichen Interessen gibt es in dieser klaren Form offensichtlich gar nicht.

    Das mangelnde Vertrauen in einen Präsidenten Donald Trump, der von wissenschaftsbasierter, rationaler Politik gar nichts, von impulsgetriebenen Machtgesten dagegen viel hält, hat der US-Wirtschaft in dieser Krise vielleicht den größten Schaden zugefügt. Das Land beheimatet keine fünf Prozent der Weltbevölkerung, hat aber ein Viertel aller Corona-Toten zu beklagen.

    Mann der Machtgesten. Quelle: dpa
    US-Präsident Trump

    Mann der Machtgesten.

    (Foto: dpa)

    Aber nicht nur für die USA, auch für den Rest der Welt ist die Krise in ihrer Qualität und Dimension neu. Die Pandemie und ihre Folgen stellen einen Bruch mit der Normalität dar – sozial, politisch und vor allem auch ökonomisch, wie sich in den aktuellen Konjunkturdaten zeigt.

    Die Krise ist nicht zyklisch, sie nahm ihren Ausgang nicht in einer einzigen Branche. Sie trifft fast alle – und zwar gleichzeitig. Zu guter Letzt handelt es sich sowohl um einen Angebots- als auch Nachfrageschock.

    Es gibt also viele Gründe, diese Krise historisch zu nennen. Aber auch die Mittel zu ihrer Bewältigung sind es.

    Und in jenen Ländern, in denen ein gesundes Vertrauen in die staatlichen Institutionen herrscht, dürften diese Mittel die beste Wirkung entfalten. Erste Hinweise darauf werden die Daten des dritten Quartals geben.

    Mehr: Welt im Abschwung – Angst vor einer zweiten Welle trübt Hoffnung auf zügige Erholung

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