Kommentar: Mit falschen Argumenten gegen die Atomkraft

Die Ankündigung des Westinghouse-Konzerns, bei Bedarf innerhalb von sechs Monaten Brennelemente für die drei zuletzt abgeschalteten Reaktoren in Deutschland liefern zu können, elektrisiert die Befürworter der Kernenergie. Öffnet sich nun das Fenster für ein Wiederanfahren der Reaktoren?
Zunächst einmal ist diese Nachricht eine weitere Bestätigung dafür, dass das Bundesumweltministerium in der Debatte über den Weiterbetrieb der Anlagen im Jahr 2022, dem Jahr der Energieversorgungskrise, nicht an einer offenen und ehrlichen Abwägung des Für und Wider einer Laufzeitverlängerung interessiert war.
Vielmehr hatte das Haus von Ministerin Steffi Lemke den Ehrgeiz, alle Argumente gegen die Kernenergie ins Feld zu führen, auch solche, die offensichtlich falsch waren. Das Umweltministerium hatte behauptet, die Beschaffung neuer Brennelemente dauere „mindestens zwölf bis 15 Monate“.
Das war damals genauso falsch wie heute. Die Brennelementlieferanten haben damals nicht widersprochen, sie haben sich einfach aus dieser typisch deutschen Debatte herausgehalten.
Kein Anlass für Euphorie
Doch die Atombefürworter seien vor Euphorie gewarnt: Auch mit der Ankündigung von Westinghouse hat sich die Debatte nur ein wenig zu ihren Gunsten gewendet.