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Kommentar Nach Börsenspektakel bei Airbnb und Doordash: Vorsicht vor zu viel Euphorie

Das Klima für Tech-Börsengänge ist so gut wie lange nicht mehr. Doch nach der großen Party könnte Katerstimmung folgen.
11.12.2020 - 04:00 Uhr Kommentieren
Die Börsengänge von Airbnb und Doordash haben in den vergangenen Tagen alle Erwartungen übertroffen. Quelle: AFP
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Die Börsengänge von Airbnb und Doordash haben in den vergangenen Tagen alle Erwartungen übertroffen.

(Foto: AFP)

So viel Euphorie haben selbst die erfahrensten Investmentbanker nicht erwartet. Die Börsengänge von Airbnb und Doordash haben in den vergangenen Tagen alle Erwartungen übertroffen.

Die Aktie des Online-Zimmervermittlers stieg bei ihrem Debüt am Donnerstag um 112 Prozent, sodass der Konzern nun mit 86,5 Milliarden Dollar mehr wert ist als die Konkurrenten Marriott und Expedia zusammen. Die Aktie des Lieferdienstes Doordash stieg am ersten Handelstag am Mittwoch um 86 Prozent, das Unternehmen hat nun einen Marktwert von gut 70 Milliarden Dollar. Beide Start-ups sind defizitär. Und doch ziehen sie scharenweise Investoren an.

Willkommen in der neuen Welt. Die Aktienmärkte haben in der Coronakrise immer wieder für Überraschungen gesorgt.

Während die Arbeitslosigkeit und die Infektionszahlen in den USA rapide anstiegen, schüttelte die Wall Street alle schlechten Nachrichten ab. Die niedrigen Zinsen der Notenbank und die hohe Liquidität treiben Anleger in die Aktienmärkte. Hinzu kommen die vielen neuen Kleinanleger, die auf kostenlosen Plattformen wie Robinhood mehr zocken als investieren und vor allem bei bekannten Namen wie Airbnb und Doordash zugreifen, offenbar zu fast jedem Preis.

Airbnb und Doordash ist nun das gelungen, was im vergangenen Jahr unmöglich war. Erinnern Sie sich noch an die Börsengänge von Lyft und Uber und an die Börsenpläne von WeWork? Die Einhörner – Start-ups mit mindestens einer Milliarde Bewertung – galoppierten als Erstes an die Wall Street, doch stießen sie bei den Anlegern auf Ablehnung.

Wer am ersten Tag in Lyft investiert hat, sitzt heute immer noch auf einem Verlust. Der Kurs von Uber drehte erst Ende Oktober ins Plus. WeWork, Anfang 2019 noch mit 47 Milliarden Dollar bewertet, ist heute nur noch ein Schatten seiner selbst. Der Gang an die Börse ist in weite Ferne gerückt.

Doch das alles ist längst vergessen. Heute zählen vor allem starkes Wachstum und große Zukunftsvisionen. Tech-Unternehmen haben gezeigt, dass sie in Krisen widerstandsfähig sind und zu den Gewinnern zählen.

Noch gibt es Rückenwind

Es ist verlockend, in dieser neuen Welt mitzuspielen. Sicher, Airbnb ist bestens für die neue Reisewelt positioniert und kann einen Weg in die Gewinnzone aufweisen. Doordash ist mit 50 Prozent Marktanteil so groß geworden, dass keiner mehr an dem Unternehmen vorbeikommt. Das klingt vielleicht vielversprechender als die Fahrdienste Uber und Lyft, die mit ihren Geschäftsmodellen nicht überzeugen konnten.

Doch das allein reicht nicht als Grund für die hohen Bewertungen. Wer investiert, muss wissen, worauf er sich einlässt. Zwar kann der Rückenwind, den die Start-ups gerade noch genießen, noch eine ganze Weile andauern. Auch die Börsengänge von Start-ups wie dem Cloudanbieter Snowflake und dem Online-Versicherer Lemonade sind in diesem Jahr gut gelaufen.

Doch der Rückenwind kann für Airbnb und Doordash auch schnell wieder abflauen – zum Beispiel, wenn neue Shutdowns die Reisepläne von Airbnb durchkreuzen. Oder wenn die sozialen Folgen ihrer Geschäftsmodelle stärker in den Fokus geraten.

Airbnb kämpft schon seit Jahren mit verärgerten Nachbarn und Bürgermeistern. Einige Restaurants in New York bieten Rabatte, wenn sich die Kunden das Essen selbst abholen, damit sie die hohen Preise von Doordash nicht zahlen müssen.

Es ist bezeichnend, dass in den vergangenen Tagen an der Wall Street wieder verstärkt über das alte Zitat des einstigen Citigroup-CEOs Chuck Prince diskutiert wird. „Solange die Musik spielt, muss man tanzen“, hatte er vor der Finanzkrise erklärt.

Könnte die Musik bald wieder aufhören? Oder spielt sie in dieser neuen Welt immer weiter und immer lauter? Das vermag im Moment niemand genau zu sagen. Auch nicht die erfahrenen Investmentbanker.

Mehr: Airbnb, Doordash, Luminar: Das steckt hinter den neuen Börsen-Stars.

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