Familienunternehmen: „Die Bundesregierung hat den Schuss nicht gehört“
München. Laura und Clara Sasse sind unzufrieden mit der Kommunikation der Bundesregierung. Die Politik traue den Bürgern nicht die Wahrheit darüber zu, wie sehr die deutsche Wirtschaft unter Druck stehe, kritisieren die Unternehmerinnen im Gespräch mit dem Handelsblatt. Dabei brauche es in der aktuellen Lage klare Worte. „Nur so kann ein Aufbruch gelingen, sodass die Menschen wieder anpacken“, sagt Laura Sasse.
Die Schwestern sind Vorständinnen der Dr.-Sasse-Gruppe, beschäftigen 9600 Mitarbeitende im Bereich Gebäudereinigung und technisches Gebäudemanagement. Der Umsatz liegt nach eigenen Angaben bei 390 Millionen Euro, zwei Drittel davon erzielen sie in Deutschland. Ein Wachstum jedoch werde gebremst – unter anderem, weil die Bundesregierung ihren Bürgerinnen und Bürgern nicht klar zeige, dass alle hart dafür arbeiten müssten, um aus der wirtschaftlich schwierigen Lage herauszukommen.
Ein hoher Lebensstandard und soziale Sicherheit seien nicht selbstverständlich, „sondern hängen davon ab, dass jeder von uns Verantwortung übernimmt, hart arbeitet, investiert und gestaltet“, sagt Clara Sasse. In einer für Deutschland einmaligen Vorstandskonstellation würden sie auch beweisen, dass man Konflikte konstruktiver lösen könne, als es die aktuelle Regierungskoalition tut.