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Kommentar Schärfere Compliance-Regeln bei Goldman Sachs haben Grenzen – und Nebenwirkungen

Nach dem größten Korruptionsskandal in der Geschichte Malaysias hat die US-Bank die Überwachung der Mitarbeiter verschärft. Das allein führt nicht zum Erfolg.
23.10.2020 - 11:09 Uhr Kommentieren
Die US-Großbank akzeptiert eine Milliardenstrafe wegen ihrer Rolle in der Korruptions- und Geldwäscheaffäre beim malaysischen Staatsfonds 1MDB. Quelle: dpa
Logo von Goldman Sachs an der New Yorker Börse

Die US-Großbank akzeptiert eine Milliardenstrafe wegen ihrer Rolle in der Korruptions- und Geldwäscheaffäre beim malaysischen Staatsfonds 1MDB.

(Foto: dpa)

Goldman Sachs ist wieder der Buhmann der Wall Street. Die Bank hat Jahre gebraucht, um das alte Image der blutrünstigen „Vampirkrake“ abzuschütteln, die nur den eigenen Profit im Sinn hat. Die Korruptionsaffäre um den malaysischen Staatsfonds 1MDB hat alte Wunden wieder aufgerissen.

Goldman-Banker haben dabei geholfen, Milliarden aus dem Fonds abzuzweigen, der eigentlich zur Wirtschaftsförderung gedacht war. Ein Teil des Geldes wurde für Bestechungsgelder verwendet. Die malaysische Goldman-Tochter bekannte sich schuldig, gegen US-Korruptionsgesetze verstoßen zu haben.

Der Rest wurde verprasst. Der dubiose malaysische Geschäftspartner der Goldman-Banker, Jho Low, kaufte millionenschwere Kunstwerke, eine Jacht, finanzierte ausgerechnet den Film „Wolf of Wall Street“, der die dunkle Seite von Amerikas Finanzzentrum zum Thema hat.

Nach Strafzahlungen von insgesamt rund fünf Milliarden Dollar will die Bank die Affäre nun abschließen. Der Preis ist hoch, doch er gibt Investoren Klarheit.

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    Die Bank verweist bei ihren Aufräumarbeiten auch auf eine deutlich ausgebaute Compliance-Abteilung, die laut CEO David Solomon nun doppelt so groß ist wie zu Beginn der Transaktionen in Malaysia im Jahr 2012, und auf eine Vielzahl an neu eingeführten Maßnahmen. Darunter forensische Methoden, die Mitarbeiter, Orte, Veranstaltungen und Prozesse analysieren und mögliche Risiken früh erkennen können, wie der Verwaltungsrat nun in einer Präsentation erläuterte.

    Ein „Insider Threat Program“ soll zudem Mitarbeiter ausmachen, die den Ruf der Firma bedrohen könnten. Dabei kämen „verbesserte Überwachungsanalysen“ zum Zug.

    Seit der Finanzkrise mussten praktisch alle Finanzinstitute deutlich strengere Compliance-Regeln in ihre Geschäftsprozesse einziehen. Dass nun ausgerechnet Goldman erneut im Fokus der Ermittler steht, sollte auch anderen Instituten zu denken geben.

    Es kommt auf die Balance zwischen Vertrauen und Kontrolle an

    Die Bank stellt wie keine andere ihre Firmenkultur in den Mittelpunkt. Mitten in der Coronakrise sprachen sich einige führende Banker des Hauses dafür aus, die Mitarbeiter möglichst schnell wieder zurück in die Büros zu holen, weil dort die Firmenkultur besser gepflegt werden könne.

    Doch gerade in der neuen, durch die Coronakrise geprägten Arbeitswelt drängt sich die Frage auf: Wo liegt die richtige Mischung aus Kontrolle und Vertrauen? Und wie kann ein Unternehmen die Firmenkultur und Integrität stärken, wenn Mitarbeiter bestenfalls teilweise aus dem Büro arbeiten?

    Gerade in der hochregulierten Finanzindustrie lässt sich das nicht einfach und schon gar nicht pauschal beantworten. Doch die Diskussion muss geführt werden, bei Goldman genauso wie bei anderen Banken und bei den Aufsichtsbehörden.

    Denn selbst die beste Compliance hat Grenzen – und Nebenwirkungen. Einzelne Mitarbeiter werden immer Wege finden, die Regeln zu brechen. Und zu viel Überwachung ist kontraproduktiv. Wer sich ständig beobachtet fühlt, liefert nicht die beste Arbeit ab.

    Mehr: Goldman Sachs bekennt sich in Betrugsskandal schuldig und zahlt Milliardenstrafe

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