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Kommentar Steigende Zahl von Millionären in Deutschland: Für eine Neiddebatte gibt es keinen Grund

Die Zahl der Dollar-Millionäre in Deutschland wächst stetig, zeigt eine Credit-Suisse-Studie. Argumente, die Reichen stärker zur Kasse zu bitten, liefert sie jedoch nicht.
23.06.2021 - 18:39 Uhr 1 Kommentar
Die Zahl der Millionäre in Deutschland wächst. Quelle: dpa
Luxusyachten auf einer Branchenmesse in Düsseldorf

Die Zahl der Millionäre in Deutschland wächst.

(Foto: dpa)

Zürich Die Millionäre in Deutschland sind gut durch die Coronakrise gekommen – und ihre Anzahl wächst deutlich. Wie aus dem kürzlich veröffentlichten Global Wealth Report der Credit Suisse hervorgeht, durften sich im vergangenen Jahr knapp drei Millionen Menschen hierzulande als Dollar-Millionär bezeichnen – ein Zuwachs von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Eine Trendumkehr ist nicht in Sicht. Die Bank erwartet, dass die Zahl der Millionäre in den kommenden fünf Jahren um 46 Prozent steigen wird. Doch diese Zahlen taugen nicht für eine Neiddebatte.

Argumente, dass nun die Zeit gekommen sei, die Reichen stärker zur Kasse zu bitten, liefert die Studie ebenfalls nicht. Vielmehr verbreitet sie eine Nachricht, die im hitzigen Bundestagswahlkampf untergehen dürfte: In Deutschland geht es fairer zu, als es viele vermuten.

Die wachsende Zahl der Dollar-Millionäre in Deutschland ist Ausdruck des auf breiter Basis gestiegenen Vermögens in den vergangenen 20 Jahren. Jeder Erwachsene in Deutschland hat im Schnitt ein Vermögen von knapp 270.000 Dollar.

Das ist beinahe eine Verdreifachung innerhalb der vergangenen 20 Jahre. Das könnte zwar auch an einem hohen Zuwachs am oberen Ende der Einkommens- und Vermögensverteilung liegen. Doch eben diesen Verdacht geben zumindest die Daten der Credit-Suisse-Studie nicht her.

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Seit 2015 sinkt etwa der sogenannte Gini-Koeffizient, der die Verteilung der Vermögen innerhalb einer Gesellschaft misst. Zwar sind in Deutschland die Vermögen ungleicher verteilt als etwa in Frankreich oder Großbritannien. Doch von amerikanischen Verhältnissen sind wir weit entfernt.

Ebenfalls merklich gesunken seit 2015 ist der Anteil, den das oberste eine Prozent am Gesamtvermögen hat. Zu dem Bild einer immer weiter auseinanderdriftenden Schere zwischen Arm und Reich, das im Wahlkampf so gern bemüht wird, mag das nicht passen.

Die Zahlen decken sich mit Studien zur Einkommensungleichheit: Diese wächst von Jahr zu Jahr – allerdings nur bei den Bruttoeinkommen. Nach Abzug der Steuer stagnieren die gängigen Maßzahlen für die Einkommensungleichheit. Die Umverteilung funktioniert in Deutschland. Eine Einschränkung gibt es jedoch: Extrem hohe Einkommen und Vermögen sind in vielen Studien unterrepräsentiert – über sie wissen wir schlicht zu wenig.

Populäre Forderungen, die Reichen stärker zu belasten, lassen sich aus diesen Zahlen jedenfalls nicht ableiten. Politische Schnellschüsse etwa bei der Vermögensteuer, bei der Aufwand und Ertrag noch ungeklärt sind, rechtfertigen sie ebenfalls nicht.

Mehr: Zahl der Millionäre in Deutschland wächst besonders stark.

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1 Kommentar zu "Kommentar: Steigende Zahl von Millionären in Deutschland: Für eine Neiddebatte gibt es keinen Grund"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Für eine Neiddebatte gibt es keinen Grund..........
    Wie bitte, diesen Schwachsinn hatten schon mal vor Jahren diskutiert.
    Wer Millionär oder Milliadaer ist, muß sich Fragen stellen lassen, woher der exorbitante Reichtum stammt!
    Dies hat doch nichts mit Neid zu tun.
    Wäre ich Millionär würde ich es vermutlich auch anders sehen.

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