Kommentar: Warum Gaskraftwerke für die Energiewende nötig sind

Die Anzeichen dafür, dass es auch in diesem Jahr nichts mehr wird mit ersten Ausschreibungen für Back-up-Gaskraftwerke, verdichten sich. Die Ursachen sind vielfältig. Der frühere Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) trägt sicher einen Teil der Verantwortung dafür, dass es bis heute nicht vorangeht.
Der von seinem Haus ersonnene Gesetzentwurf, mit dem der Bau von Gaskraftwerken angereizt werden sollte, war kompliziert. Auf vielen Dutzend Seiten hatte Habecks Haus ein Zwei-Säulen-Modell mit vielen kleinteiligen Bedingungen erfunden. In Teilen war das Konzept aus Betreibersicht schlicht unannehmbar. Aus Sicht der EU-Kommission ebenfalls.
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Es war ein Fehler, im Koalitionsvertrag ausdrücklich auf die Kraftwerksstrategie der Vorgängerregierung Bezug zu nehmen. Diese wolle man zügig überarbeiten, heißt es darin. Wahrscheinlich wäre ein Neuanfang besser gewesen. Von der EU-Kommission bereits abgesegnete Blaupausen, etwa aus Belgien, liegen vor.
Andererseits ist die EU-Kommission nicht schuldlos an der Misere. Längst gewinnt man den Eindruck, die Behörde betrachtet das Thema als ein Kräftemessen mit dem größten Mitgliedstaat.
Bedingung für den Kohleausstieg
Dabei hat der kürzlich veröffentlichte Versorgungssicherheitsbericht der Bundesnetzagentur deutlich gemacht: Deutschland braucht steuerbare Kapazitäten, also beispielsweise Gaskraftwerke.
Ohne diese Gaskraftwerke ist ein verlässliches, von erneuerbaren Energien dominiertes Stromversorgungssystem nicht vorstellbar, ohne diese Gaskraftwerke bleibt der Kohleausstieg ein Traum. Wer sich von diesen beiden Grundgedanken leiten lässt, sollte kein Problem damit haben, Deutschland den Weg für den Bau von Gaskraftwerken zu ebnen. Es wäre schön, wenn sich die EU-Kommission diese einfache Botschaft zu Herzen nimmt.
Erstpublikation: 11.09.2025, 08:23 Uhr.