Kommentar: Wer fürs Alter vorsorgt, ist der Dumme

Tagein, tagaus predigt die Politik den Bürgern, sie müssten auch selbst fürs Alter vorsorgen. Doch wer das tut und Eigenverantwortung übernimmt, den will die SPD bestrafen.
In den Koalitionsverhandlungen schlägt die Partei vor, die Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge von 25 auf 30 Prozent zu erhöhen, eine Steuer für Finanztransaktionen zu erheben und eine Bitcoin-Steuer einzuführen, indem die steuerfreie Haltefrist von einem Jahr für Kryptowährungen gestrichen wird.
Wie sie über Kapitalanleger denkt, hat die SPD-Bundestagsfraktion vor einiger Zeit mal in einem Social-Media-Post entblößt: Der zeigte einen Mann cocktailschlürfend im Liegestuhl. Kapitalanleger sind aus Sicht der SPD also Ultrareiche, die leistungslos immer mehr Vermögen anhäufen.
SPD-Pläne senden fatales Signal an junge Steuerzahler
Dabei würde ein einfacher Blick in die Statistik genügen: Ein Großteil der Anleger kommt aus der Mittelschicht. Es sind Anleger, die sich mühsam ein paar Euro absparen und das Geld in der Hoffnung anlegen, damit ihre Rente aufzubessern.
Die SPD findet, es sei ungerecht, dass Kapitalerträge niedriger versteuert werden als Arbeitseinkommen. Sie übersieht dabei nur, dass auf die 25 Prozent Abgeltungsteuer noch Kirchensteuer und Soli draufkommen und bestimmte Gewinne bereits auf Unternehmensebene besteuert wurden. Wird dies berücksichtigt, beträgt die Besteuerung von Kapitalerträgen bereits heute fast 50 Prozent. Mit den Plänen der SPD wären es über 50.
Die Steuerpläne senden daher ein fatales Signal an junge Anlegerinnen und Anleger. Wie sollen sie überhaupt noch vorsorgen? Zumal der Staat ihnen auch keine Alternativen anbietet. Erst floppte die Riester-Rente, dann kam die Aktienrente nicht, weil die Ampelkoalition zerbrach. Wenn die SPD eine zu hohe Vermögenskonzentration bekämpfen will, kann sie die Erbschaftsteuer erhöhen. Aber sie sollte nicht die Sparer bestrafen.
Erstpublikation: 31.03.2025, 10:35 Uhr.