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KommentarWer jetzt nicht einstellt, ist später der Dumme

Die Beschäftigungsaussichten sind so schlecht wie seit der globalen Finanzkrise 2009 nicht mehr, meinen Experten. Doch ein Fehler wäre jetzt für die Firmen fatal.Franziska Telser 17.02.2025 - 18:10 Uhr
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Bewerbungsgespräch: Unternehmen sind bei Neueinstellungen deutlich zurückhaltender als in den vergangenen Jahre. Foto: Getty Images

Die Wirtschaft schwächelt und die Unternehmen sparen. Das macht sich nun auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Firmenchefs und Personalverantwortliche sind bei Neueinstellungen deutlich zurückhaltender geworden: In einer Umfrage des Handelsblatts unter den Dax-40-Konzernen und 20 großen Familienunternehmen gaben nur drei Unternehmen an, mehr Personal einstellen zu wollen als im Vorjahr.

Ein ähnlich negatives Bild zeichnet eine aktuelle Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) unter 2000 deutschen Unternehmen. Demnach wollen vier von zehn Unternehmen sogar Stellen abbauen und nur 17 Prozent mehr Mitarbeiter einstellen. Damit seien die Beschäftigungsaussichten so schlecht wie seit der globalen Finanzkrise 2009 nicht mehr, so die IW-Experten.

Kurzfristig betrachtet ist die Vorsicht der Unternehmen nachvollziehbar. Personal ist einer der größten Kostenblöcke. Hier zu sparen, senkt die Kosten also verhältnismäßig schnell. Langfristig können sich hier Sparmaßnahmen aber als ein fataler Fehler entpuppen.

Und zwar dann, wenn der demografische Wandel richtig zuschlägt. Dann, wenn die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer massenweise in Rente gehen. Bis 2036, so lautet die Prognose des arbeitgebernahen IW, gehen dem deutschen Arbeitsmarkt dadurch rund 19,5 Millionen Arbeitskräfte verloren. Es kommen aber nur 12,5 Millionen junge Beschäftigte nach. Bei allen Einsparungen gilt also weiter: Es klafft bald eine riesige Arbeitskräftelücke, die es zu füllen gilt.

Kurzfriste Sparmaßnahmen zulasten der Zukunft

Wer also heute auf qualifiziertes Personal verzichtet, wird in wenigen Jahren wahrscheinlich wieder händeringend nach guten Mitarbeitern suchen. Innovation, Wettbewerbsfähigkeit, technologischer Fortschritt – all das funktioniert nur mit den richtigen Köpfen. Mit guten Ingenieurinnen und Ingenieuren, mit KI-Experten oder Fachkräften mit Finanzexpertise. Unternehmen, die auch in der Krise einstellen und ausbilden, werden in Zukunft einen entscheidenden Vorteil haben – wer aber jetzt zögert, wird irgendwann vor einem leer gefegten Arbeitsmarkt stehen.

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Kurzfristige Sparmaßnahmen dürfen nicht zulasten der Unternehmenszukunft gehen. Statt Personal abzubauen, sollten Unternehmen lieber in die „Employability“ ihrer Mitarbeiter investieren, also in ihre Chancen, auf dem Arbeitsmarkt attraktiv zu bleiben – und sie zum Beispiel durch Weiterbildungen oder Umschulungen fit für Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz machen.

Wer seine bestehende Belegschaft heute regelmäßig weiterbildet und sich trotz Abschwung die Talente für morgen sichert, muss in einigen Jahren nicht auf Notlösungen zurückgreifen. Unternehmen, die jetzt vorausschauend handeln, sichern sich nicht nur sehr gute Mitarbeiter, sondern ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit.

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