Kommentar: ZF blamiert sich beim Chefwechsel

ZF-Chef Holger Kleins Abgang war am Ende nur noch eine Frage der Zeit. In der guten Absicht, gründlich vorzugehen, brauchte er zu lange für Entscheidungen und verließ sich dabei zu sehr auf die Berater von McKinsey.
Zu vieles ging schief, wie die geplante Chipfabrik in Saarbrücken. Auch der für die Entschuldung dringend notwendige Verkauf der Airbag-Sparte kam nicht zustande. Die geplante Ausgliederung der Antriebssparte, des Herzstücks des Konzerns, wurde zu einem Kommunikationsdesaster.
Ein Stiftungskonzern, der letztlich der Stadt Friedrichshafen gehört, lässt sich eben nicht so einfach filetieren, wie es vergleichbar beim börsennotierten Konkurrenten Continental passiert ist. Denn die Belegschaft kann mächtigen Einfluss auf den Eigentümer ausüben.
Friedrichshafens Oberbürgermeister Simon Blümcke, erst neun Monate im Amt, kommt als Chef der Zeppelin-Stiftung eine Schlüsselrolle zu. Erst ersetzte er im März Aufsichtsratschef Heinrich Hiesinger durch Rolf Breidenbach. Ab diesem Zeitpunkt war Klein nur noch Chef auf Bewährung. Jetzt folgte die Entscheidung.
Fehler mit möglicherweise desaströsen Folgen
Allerdings ist dem forschen Blümcke ein blamabler Anfängerfehler beim Timing unterlaufen. Noch am Dienstag sprach Holger Klein auf der Automesse IAA in seiner Rolle als ZF-Chef mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Bilder wie diese sind wichtig für Unternehmen, zeigen sie doch die Wertschätzung von höchster politischer Ebene. ZF kann die Bilder jetzt in die Tonne hauen.