Halbleiter: Autoindustrie geht ins Risiko, um Nexperia-Problem zu lösen
München, Stuttgart, Düsseldorf. Die deutsche Autoindustrie geht einen ungewöhnlichen Schritt, um die Lieferengpässe bei Nexperia-Chips zu beseitigen. Nach Informationen des Handelsblatts kaufen Hersteller und Zulieferer die bearbeiteten Chip-Vorprodukte, sogenannte Wafer, aus den europäischen Fabriken des Halbleiterherstellers und schicken sie auf eigene Rechnung nach China.
Die Vorprodukte werden dann in China in einzelne Chips geteilt, getestet, verpackt und nach Europa zurückgeschickt. Das Problem: Der europäische Teil des Nexperia-Konzerns selbst beliefert die Standorte in der Volksrepublik nicht mehr mit den in Hamburg und Manchester bearbeiteten Wafern. Nexperia begründet dies mit ausstehenden Rechnungen.
Entsprechend könnten dem chinesischen Teil von Nexperia bald die Bauteile ausgehen, weil der europäische Teil nicht mehr liefert. Um das zu verhindern, geht die Autoindustrie ins Risiko und gibt die Weiterverarbeitung in China selbst in Auftrag. Dieses Vorgehen bestätigten mehrere mit den Vorgängen vertraute Personen dem Handelsblatt. Nexperia wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern.