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LeserdebatteWelche Folgen hat der Nato-Gipfel?

...für die Zukunft des Bündnisses, für die Ukraine und für die globale Sicherheit? Darüber diskutiert die Handelsblatt-Leserschaft diese Woche. Lesen Sie eine Auswahl der Kommentare.Johanna Müller 11.07.2024 - 12:00 Uhr
Joe Biden: Der US-Präsident gibt den starken Mann beim Nato-Gipfel. Ob er für eine zweite Amtszeit geeignet ist, ist Thema vieler Hintergrundgespräche. Foto: dpa

In den vergangenen zwei Tagen trafen die Bündnispartner der Nato in Washington D.C. zusammen. Auf dem Gipfel ging es um 75 Jahre Nato, den Krieg in der Ukraine und um die Zukunft des Bündnisses.
Wir haben die Handelsblatt-Leserschaft gefragt: Wie steht es um die Nato und welche Folgen hat der Gipfel?

Viele Leser schätzen die Arbeit der Nato. Die Allianz demonstriere Macht, Handlungsfähigkeit und Geschlossenheit, zählen sie zum Beispiel auf. Insbesondere „gegenüber Russland“ setze sie starke Zeichen, ergänzt ein Leser und sei „unverzichtbar“ für die Sicherheit Europas, findet ein weiterer Leser.

Einige betonen die großen Herausforderungen, vor denen die Nato stehe. Ein Leser nennt die Anbiederung Ungarns an Russland und China, ein anderer verweist auf Trump. Würde dieser den Präsidentschaftswahlkampf gewinnen, ließe womöglich die Solidarität der USA gegenüber der Nato nach. Angesichts der Unsicherheiten rät ein Leser dazu, sich besser mehr um die eigene Sicherheit zu kümmern, als auf das Bündnis zu vertrauen.

In Bezug auf die Ukraine äußern viele Leserinnen und Leser den Wunsch, dass diese mehr unterstützt werden müsse. Eine Leserin hofft, dass auf dem Gipfel entsprechende Maßnahmen zum schnellen Nato-Beitritt eingeleitet werden. Wenn der Westen weiterhin so zögerlich handle, sei das die „Vorstufe zur Niederlage der Ukraine“, meint ein Leser.

Für die aktuelle Ausgabe unseres Leserforums haben wir aus den unterschiedlichen Zuschriften eine Auswahl für Sie zusammengestellt.

Sorgen militärische Manöver für dauerhaften Frieden?

„Die Nato-Politik gegenüber Russland wirkt durch verstärkte Truppenpräsenz und regelmäßige Übungen, die die Geschlossenheit der Allianz unterstreichen, effektiv.
Die Truppenübungen bewerte ich als positiv, weil sie ein starkes Zeichen der Einheit setzen.
Diese Maßnahmen stärken das Vertrauen der Mitgliedstaaten und verbessern ihre Einsatzbereitschaft.

Die verstärkte militärische Präsenz könnte jedoch Spannungen verschärfen und ein Wettrüsten auslösen. Insgesamt ist die Politik durchdacht und notwendig, sollte jedoch immer von diplomatischen Bemühungen begleitet werden – zum Schluss bleibt die Frage: Können militärische Manöver wirklich dauerhaften Frieden sichern oder schaffen sie nur eine trügerische Sicherheit?“
Kjell Ohm

Stärke ist der einzige Weg

„Die mögliche Aufnahme der Ukraine in das Nato-Bündnis ist das Faustpfand der Nato gegen Russland und darf nicht leichtfertig verspielt werden. Die Ukraine kann, muss aber vorerst nicht in die Nato, solange Krieg herrscht, ist es ohnehin nicht möglich.

Ungarns Anbiederung an Russland und China ist ein Prüfstein für den Zusammenhalt der Nato. Ich erwarte eine deutliche Ansprache. Die Nato hat ihre Macht und ihre Handlungsfähigkeit bisher unter Beweis gestellt und muss weiter aufrüsten. Ihr Abschreckungspotenzial ist und muss hoch bleiben.

Um einen Rückzug der russischen Besatzungstruppen aus der Ukraine zu erreichen, hilft nur militärische Stärke und weitere bedingungslose Unterstützung der Ukraine. Stärke und finanzielle Ausdauer ist der einzige Weg, um Russland den Gebietshunger auszutreiben.

Diese Stärke wird auch Chinas Ambitionen auf Taiwan bremsen. Putin hat keine Zeitreserven mehr. Jeder Kriegstag bedeutet für Russland zwar mehr Waffenproduktion, allerdings auf Pump, was die Gefahr einer Implosion des dann von hoher Inflation geschwächten Systems beschleunigt und Putin selbst zur Gefahr wird. Dann erst kommt der Zeitpunkt, um die Bedingungen und den Preis für den möglichen Beitritt der Ukraine zur Nato zu verhandeln.“
Jannis Vassilatos

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Ich habe Zweifel an der Effizienz

„Ich finde, der Ukraine sollten die Türen zum Nato-Beitritt schnellstmöglich geöffnet werden. Hoffentlich werden entsprechende Maßnahmen zum Ukrainebeitritt auf dem Gipfel unkompliziert und auf schnellstem Wege eingeleitet.

Wie gewinnbringend solche Treffen hinsichtlich tatsächlicher Maßnahmen sind, wage ich allerdings zu bezweifeln. Ja, Stärke und Einheit wird bewiesen, aber haben solche Treffen ein wirkliches Output abseits von ‚Wir gehören und halten zusammen‛-Gerede?“
Magdalena Ritzen

Sorge vor Trump

„Die Nato ist unverzichtbar für die Sicherheit Europas, davon bin ich überzeugt. Und diese Sicherheit ist teuer und harte Arbeit. Man überlege sich mal, wie blank wir hier in Westeuropa jetzt dastünden, angesichts des russischen Angriffskriegs, wenn wir kein derart starkes Verteidigungsbündnis hätten.

Ich mache mir Sorgen, dass Trump es tatsächlich zum Präsidenten schafft und die US-amerikanische Unterstützung und Solidarität im Rahmen des Bündnisses nachlässt. In unruhigen Zeiten können, ja dürfen keine Glieder in der Kette brechen.“
Gino Fernandez

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Nichts anderes als Provokation

„Die in der Presse diskutierten Maßnahmen der Nato haben nichts anderes zur Folge als eine weitere Eskalation. Die Ukraine muss einsehen, dass ein Teil des Landes aufgegeben werden muss.

Japan, Südkorea, Australien, Neuseeland sind eh Verbündete des Westens, also können formale militärische Abkommen nur als Provokation angesehen werden, was sonst? Es hilft dem Westen nichts, BRICS zu ignorieren, davon geht es nicht weg. Wenn die Großmächte nicht miteinander reden und verhandeln, gibt es keine globale Lösung.“ Udo Meinecke

Besser eigenständig verteidigen

„Stärke und Einheit demonstrieren ist gut, ich finde aber die Länder sollten sich wieder mehr um ihre eigene Verteidigung kümmern.

Zum einen, weil es schon schwer genug ist, mit 32 Mitgliedern eine effiziente Strategie umzusetzen und Dinge abzuklären.
Zum anderen, weil wir doch am Beispiel von möglicherweise bald den USA, der Türkei oder Ungarn sehen, dass eben doch nicht alle am selben Strang ziehen und den ganzen Laden dann nur aufhalten.
Sebastian Karcher

Mehr Ukraine-Unterstützung

„Die Frage des Nato-Beitritts stellt sich nicht, da die Ukraine sich im Krieg mit Russland befindet, und damit ist die Aufnahme in die Nato ausgeschlossen. Ich erwarte eine erhebliche Unterstützung der Ukraine durch die freie Welt.

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Das Zögern und Zaudern der westlichen Regierungen ist die Vorstufe zur Niederlage der Ukraine und damit deren Auslöschung als eigenständiger Staat.
Die Abschreckungsfähigkeit der Nato bewerte ich immer noch als sehr hoch. Natürlich müssen der Ausbau und der Zusammenhalt sich noch erheblich verbessern.“
Wolfgang Laufenberg

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