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Morning Briefing Eigentum verpflichtet nicht nur, es braucht auch Verantwortung für Eigentum

Hunderte Persönlichkeiten schließen sich zusammen, um die Soziale Marktwirtschaft zu stärken. Ihr Anliegen ist von höchster Dringlichkeit.
02.10.2020 - 06:00 Uhr Kommentieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wenn sich 600 Persönlichkeiten zu einer Initiative zusammenschließen, dann muss es sich um ein Anliegen von höchster Dringlichkeit handeln. Und so ist es auch: „Wir rufen dazu auf, gemeinsam für die Stärkung der Sozialen Marktwirtschaft eine gesetzliche Innovation auf den Weg zu bringen: eine Rechtsform für Verantwortungseigentum.“

So steht es in einem Brief, den 500 Unternehmer und 100 Wirtschaftsexperten unterzeichnet haben. Am Dienstag soll das Schreiben, das dem Handelsblatt bereits vorliegt, allen Bundestagsabgeordneten zugestellt werden.

Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem Christof und Ise Bosch, Multiaufsichtsrätin Ann-Kristin Achleitner, Digitalexpertin Verena Pausder und Michael Hüther. Ziel des Bündnisses ist es, jenseits von GmbH und AG eine neue Rechtsform zu etablieren, mit der Firmen im Sinne ihrer Gründer dauerhaft fortgeführt werden können. So ist daran gedacht, dass Gewinne vornehmlich im Betrieb verbleiben und sich mögliche Nachfolger ausschließlich an den Firmenzielen orientieren. Der Gedanke ist so alt wie gut: Eigentum verpflichtet nicht nur, es braucht auch Verantwortung für Eigentum.

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    Quelle: dpa
    EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat im Brexit-Streit rechtliche Schritte gegen das abtrünnige Königreich eingeleitet.

    Die Fronten zwischen Brüssel und Großbritannien verhärten sich. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat im Brexit-Streit wegen Verletzung der Austrittsvereinbarungen rechtliche Schritte gegen das abtrünnige Königreich eingeleitet. Zuvor hatte die britische Regierung ein Ultimatum verstreichen lassen, um Pläne zur einseitigen Änderung des EU-Austrittsvertrags zurückzunehmen. Man kann sich kaum vorstellen, wie Brüssel und London unter diesen Bedingungen bis zum Jahresende einen Freihandelsvertrag verhandeln wollen. Der Bruch scheint näher als der Kompromiss.

    Nicht weniger beunruhigend als die hohen Zahlen an Neuinfektionen in Europa ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit. Im August ist die Arbeitslosenquote im fünften Monat in Folge in der Eurozone gestiegen – auf 8,1 Prozent. Nach Angaben von Eurostat waren im August 13,2 Millionen Menschen arbeitslos, gut 250.000 mehr als im Vormonat. 13,2 Millionen Arbeitslose ist nicht nur eine Zahl, es sind auch 13,2 Millionen Schicksale.

    Über die Folgen der Corona-Pandemie will ich am kommenden Montag mit hochkarätigen Vertretern der deutschen Wirtschaft beim virtuellen Event „Zukunftsstrategien im Spannungsfeld zwischen Corona, Nachhaltigkeit und Geopolitik“ sprechen. Mit dabei sind unter anderem der Chef der Berenberg Bank, Hans-Walter Peters, sowie die Dax-CEOs Carsten Knobel (Henkel) und Rolf Buch (Vonovia). Mehr Informationen finden Sie hier. Ich freue mich auf Sie!

    Bayer hat gestern mit einer überraschenden Gewinnwarnung die Anleger geschockt. Für 2021 erwartet der Dax-Konzern nicht nur einen stagnierenden Umsatz, sondern einen geringeren Gewinn pro Aktie. Gleich um zehn Prozent brach die Bayer-Aktie nach dieser Hiobsbotschaft ein – ein deutliches Warnsignal an Vorstand und Aufsichtsrat. Bayer-Aufsichtsratschef Norbert Winkeljohann sollte den Satz beherzigen, den er kürzlich im Handelsblatt-Interview formulierte: „Ich werde unbequem sein.“ Die Zeit drängt.

    Quelle: Smetek
    Viele Tech-Aktien haben in den vergangenen Monaten zu märchenhaften Höhenflügen angesetzt.
    (Foto: Smetek)

    Tesla, Amazon, Apple – die Liste der Tech-Aktien, die in den vergangenen Monaten zu märchenhaften Höhenflügen angesetzt haben, ist lang. Mit Snowflake und Palantir haben gerade weitere Tech-Unternehmen mit Rekordbewertungen den Sprung an die Börse gewagt. Die Verlockung ist groß – ebenso die Chancen, die sich Anlegern bieten. Aber nicht alle neuen Unternehmen rechtfertigen die Begeisterung. Hier gilt die Warnung von Warren Buffett: „Anleger sind hoffnungsvoll, leichtgläubig, gierig und suchen nach einem Vorwand, zu glauben.“

    In der aktuellen Titelgeschichte „Boom der Tech-Aktien“ haben wir die vielversprechenden Tech-Papiere einem gründlichen Qualitätscheck unterzogen. Das Ergebnis ist keine Garantie auf eine Traumrendite, aber eine gute Entscheidungshilfe. Mein Tipp: Erst lesen, dann kaufen.

    Ein außergewöhnliches Gespräch haben meine Kollegen Peter Brors und Sebastian Matthes mit Palantir-Gründer Alexander Karp geführt. Beim Spaziergang durch den Englischen Garten in München gab sich Karp als Kritiker der amerikanischen Tech-Konzerne. Das Interview liest sich wie eine Abrechnung mit Geschäftsmodellen des Silicon Valley.

    • „Viele Technologieunternehmen behaupten, sie würden die Welt besser machen. Tatsächlich sind sie mitverantwortlich für zunehmende Armut und bauen ihre Geschäftsmodelle mit der Spaltung der Gesellschaft auf.“

    Die Tech-Konzerne vergrößerten die Ungleichheit, „indem sie viele traditionelle Geschäftsmodelle und Branchen angreifen und zerstören“.

    • „Im Silicon Valley gibt es nur noch eine Meinung, der man zu folgen hat, egal wen man fragt. Das ist Intoleranz pur.“

    Der erfolgreiche Gründer kritisiert nicht nur, er sucht auch nach Lösungen. Karp wirbt für eine „deutsche Einstellung“. So wie in Deutschland müsste es einen viel stärkeren Fokus auf Konsumentendaten geben.

    Wer Angela Merkel im Kanzleramt beerben will, muss auf der Weltbühne fehlerfrei agieren können. Da kommt eine Auslandsreise nach Italien, samt Privataudienz bei Papst Franziskus und Empfang bei Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte, für Armin Laschet nicht ungelegen. Die dabei entstandenen Bilder sollen vor allem eine Botschaft vermitteln: Laschet kann nicht nur Landesvater, sondern auch Staatsmann. Dass die Wirklichkeit nicht so einfach ist, wissen Laschets Herausforderer Friedrich Merz und Norbert Röttgen. Nur: Auf der internationalen Bühne finden die beiden CDU-Politiker gerade nicht wirklich statt.

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    Quelle: AP
    Chris Wallace, der Moderator des chaotischen Fernsehduells zwischen Donald Trump und Joe Biden, zeigte sich tief frustriert.
    (Foto: AP)

    Und dann ist da noch Chris Wallace. Der Moderator des chaotischen wie beschämenden Fernsehduells zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden zeigte sich tief frustriert über die völlig entgleiste Diskussion. Der „New York Times“ sagte Wallace, dass er „einfach traurig“ sei, wie die Debatte abgelaufen sei. „Ich bin ein Profi. Ich habe noch nie so etwas durchgemacht“, gestand der routinierte Fox-News-Moderator. Gegen Donald Trump im Wahlkampfmodus hilft keine Erfahrung, nur strengere Regeln.

    Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende.

    Herzliche Grüße,
    Ihr

    Sven Afhüppe
    Chefredakteur

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