E-Autos: Kann die Feststoffbatterie Chinas Dominanz brechen?
Wien. Elektroautos stehen vor einer Revolution, glaubt Gilles Normand. Um das zu beweisen, zückt der Europachef des von Mercedes-Benz unterstützten Batteriezellherstellers Prologium eine hauchdünne, goldene Folie an deren Ende eine kleine Glühbirne leuchtet. Dann sticht Normand mit einer spitzen Schere mehrmals auf den Mini-Akku ein und zerschneidet ihn in zwei Teile. „Das Licht leuchtet noch“, frohlockt der Manager.
Das Experiment soll die Folgen eines Autounfalls nachahmen. „Gerade bei einem Seitenaufprall kann das Batteriepaket beschädigt werden“, sagt Normand dem Handelsblatt. Bei etablierten Lithium-Ionen-Zellen wäre dann die Stromversorgung schnell unterbrochen. Zudem bestünde Brandgefahr, da hochentzündliche, flüssige Elektrolyte auslaufen könnten.
Nicht so bei den Feststoffbatterien, die Prologium propagiert. Sie gelten als besonders sicher und reichweitenstark. Der Grund: Die Elektrolyte, die den Transport der Ionen zwischen Anode und Kathode ermöglichen, bestehen hier aus einer festen Keramikschicht.
Noch gibt es keine serienreifen Produkte dieser Wunderakkus. Zuletzt konnte aber etwa Volkswagen mit seinem US-Partner Quantumscape einen Durchbruch verkünden. In einem Labor von Europas größtem Autobauer bestand eine Feststoffbatterie einen wichtigen Langzeittest.