1. Startseite
  2. Mobilität
  3. Motor
  4. DSG-Rückruf bei VW: Das Problem ist der Schwefel

DSG-Rückruf bei VWDas Problem ist der Schwefel

Vor der Markteinführung werden neue Autos auf „Herz und Nieren“ geprüft, nicht immer werden alle Problemstellen identifiziert und ausgebessert. Im Fall von VW waren das die Klimabedingungen in asiatischen Metropolen.Sebastian Schaal 14.11.2013 - 15:19 Uhr Artikel anhören

VWs Problemkind DQ200: Die Ursache für die Vorfälle in China waren die schwefelhaltigen Additive des synthetischen Getriebeöls.

Foto: Pressefoto

Düsseldorf. Bevor ein neues Automodell auf den Markt kommt, hat es bereits unzählige Kilometer unter den widrigsten Bedingungen zurückgelegt. Die Entwicklungsingenieure prüfen ihre seriennahen Prototypen in der Hitze des Death Valleys oder der Winterkälte Skandinaviens aufs Extrembelastung, Ausdauerläufe und Höchstbelastungen unter den unterschiedlichsten klimatischen Bedingungen.

Eine besondere Herausforderung stellen inzwischen auch die asiatischen Megastädte dar, wie der aktuelle Fall bei VW zeigt: Die Kombination aus der feuchtheißen Luft und dem extremen Stop-and-go-Verkehr rund um Shanghai, Peking und Co sorgte immer wieder für Probleme bei dem Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe vom Typ DQ200. Jetzt will Volkswagen das Problem gefunden haben: Der Schwefel ist schuld.

Problem-Getriebe DQ200
Seit 2003
Kassel und Dalian
Marken und Funktion
DQ500
Stolperstein für Manager
Frühe Rückrufe
Aktueller Rückruf

Seit seiner Markteinführung 2008 wurde das DQ200 mit einem synthetischen Öl befüllt. Dieses Öl enthält – wie alle Synthetiköle – schwefelhaltige Additive. Unter den extremen Belastungen des Stadtverkehrs mit nur mangelnder Kühlung reagiert der Schwefel und verändert seine molekulare Struktur. Das kann dann im Steuergerät des Getriebes für Kurzschlüsse sorgen – aus Sicherheitsgründen legt sich dann das Getriebe selbst still.

„Wir haben auch unabhängige Institute das Öl untersuchen lassen, um ganz sicher zu gehen“, sagt der zuständige VW-Sprecher Michael Franke. „Sowohl die Institute als auch wir konnten die Probleme mit dem Synthetiköl nachvollziehen, mit Mineralöl aber nicht reproduzieren. Das Problem war weg.“

Doppelkupplungsgetriebe

DQ200 - Das große Problem des VW-Konzerns

Wenn es zu einem Kurzschluss kommt, öffnet die Software aus Sicherheitsgründen die Kupplung und schaltet somit in den Leerlauf. Geschieht dies während der Fahrt, rollt der Wagen aus. Der Motor läuft aber weiter, Bremsen, Lenkungen, Airbags und Licht funktionieren weiterhin. Da die chemische Reaktion des Öls mit dem Abstellen des Autos nicht endet, kann es auch im Stand zu Kurzschlüssen kommen. Dann lässt sich nach dem Starten schlichtweg keine Gangstufe einlegen.

„Diese Bedingungen sind sehr schwer über einen langen Zeitraum zu simulieren.“ sagt Franke. „Wir haben einen Fehler gemacht und dazu gelernt – leider ist das nicht angenehm für den Kunden. Wir wollen aber zeigen, dass wir uns kümmern, daher die freiwillige Aktion mit dem Ölwechsel.“

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt