Lamborghini Temerario GT3: Dieser Lamborghini dreht hoch – und verzichtet auf den Hybrid
Goodwood. Auf dem Festival of Speed in Goodwood Lamborghini (bis 13. Juli) zeigt Lamborghini seinen neuen Kundensport-Rennwagen Temerario GT3, der 2026 seine ersten Einsätze im internationalen Rennzirkus haben wird. Zwar übernimmt der neue GT3-Rennwagen Namen und Optik des Straßenmodells Temerario, tatsächlich handelt es sich um ein eigenständiges und ausschließlich für den Rennstreckeneinsatz vorgesehenes Fahrzeug.
„Wir haben 90 Prozent der Teile neu entwickelt“, betont Winkelmann, „das Auto ist keine bloße Ableitung des Serien-Temerario, sondern eine eigenständige Konstruktion.“ Dieses wurde übrigens vollständig am Stammsitz in Sant’Agata Bolognese entworfen und konstruiert und soll auch künftig dort gebaut werden. Für Lamborghinis Motorsportabteilung ein Novum.
Der Temerario GT3 ist rund 1.300 Kilogramm leicht und wird wie die Straßenversion von einem neu kalibrierten 4,0-Liter-V8-Twinturbo angetrieben. Der Motor leistet rund 400 kW/550 PS, erlaubt eine Maximaldrehzahl von bis zu 10.000 U/min.
„Das ist schon etwas Sensationelles in unserem Bereich“, sagt Lamborghini-CEO Stephan Winkelmann. Die hohe Drehfreude resultiert unter anderem aus der Verwendung einer flachen Kurbelwelle und Titan-Pleuelstangen.
Gekoppelt ist der Motor an ein sequenzielles, quer eingebautes Sechsgang-Getriebe. Anders als das rund 800 PS starke Straßenmodell, verzichtet der Temerario GT3 auf Hybridtechnik und damit auch auf den Vorderachsantrieb des Allrad-Serienmodells. Der GT3 ist also rein heckgetrieben.
Nachfolger für den Huracán GT3
Tragende Basis ist ein aus der Temerario-Serienproduktion stammender und für den Rennsport umgebauter Aluminium-Spaceframe. Die vollständig aus einem Carbon-Verbundwerkstoff gefertigte Karosserie ist aerodynamisch für den Rennstreckeneinsatz optimiert und wurde mit Blick auf schnelle Reparaturen modular aufgebaut.
Vordere und hintere Karosserieelemente lassen sich im Ganzen abnehmen, Heckdiffusor, Motorhaube oder die Scheinwerfer erlauben ebenfalls einen kurzfristigen Teiletausch. „Das Auto muss schnell zu demontieren und schnell wieder einsatzbereit sein“, so Winkelmann.
Der Fokus auf Benutzerfreundlichkeit soll Kundenteams weltweit den Einsatz erleichtern. Das Fahrwerk mit längerer Spur und neu entwickelter KW-Dämpfung ermöglicht zudem schnelle Set-up-Anpassungen.
Der Renn-Temerario wird den bisherigen Kundensport-Rennwagen Huracán GT3 ablösen. Dieser konnte in seiner langen Karriere weltweit 96 Titel einfahren. Mit dem neuen Temerario GT3 möchte Lamborghini an diesen Erfolg anknüpfen. Er soll langfristig das Rückgrat des Kundenrennsports der Marke bilden und weltweit in GT3-Rennserien zum Einsatz kommen.
„Nach zehn Jahren Huracán war es an der Zeit für einen Paradigmenwechsel”, sagt Winkelmann. Die Entwicklung ist abgeschlossen, erste Renneinsätze sind für 2026 vorgesehen.
Angaben zu geplanten Stückzahlen oder Preisen macht Lamborghini bislang nicht. Schon jetzt sei die Nachfrage allerdings groß, obwohl bisher kaum jemand das Fahrzeug gefahren sei, so Winkelmann: „Das zeigt das Vertrauen der Kunden.“