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BDI-UmfrageCoronakrise sorgt bei Unternehmen für Forschungseinbruch

Vier von zehn Unternehmen haben wegen der Pandemie ihre Forschung stark eingeschränkt oder ganz gestoppt. Der BDI warnt vor dramatischen Folgen.Barbara Gillmann 21.06.2020 - 13:29 Uhr

Neben der Forschung gerät auch die Produktentwicklung ins Stocken.

Foto: dpa

Berlin. Die Coronakrise hat in der Wirtschaft nicht nur den Umsatz, sondern auch die Forschung massiv einbrechen lassen: 38 Prozent der Unternehmen haben ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (FuE) reduziert oder sogar ganz gestoppt.

Das zeigt eine Umfrage des BDI unter 250 Unternehmen, die dem Handelsblatt vorliegt. In der Automobilindustrie gilt das sogar für vier Fünftel der Betriebe. Vor der Krise gaben lediglich 13 Prozent der Unternehmen an, ihre Forschungsausgaben gegenüber dem Vorjahr senken zu wollen – nun sind es fast 40 Prozent. 

„Das hat dramatische Folgen für die Innovationskraft und die Zukunftsfähigkeit hiesiger Unternehmen“, warnt Iris Plöger, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des BDI. Die Umfrage ist zwar nicht repräsentativ, stelle aber „eine gute Momentaufnahme“ dar. 

Zugleich gerät damit das Ziel der großen Koalition in Gefahr, die gesamtwirtschaftlichen Ausgaben für FuE bis 2025 von zuletzt 3,1 auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu steigern, etwa mithilfe der erst vor Kurzem eingeführten steuerlichen Forschungsförderung. Wie mühsam das ist zeigt die Vergangenheit: Das eigentlich europaweit für 2010 angepeilte Ziel von drei Prozent wurde in Deutschland erst 2017 erreicht. 

Damit kein bleibender Schaden entsteht, fordert der BDI zusätzlich zu den milliardenschweren Konjunkturhilfen Extraunterstützung für innovative Unternehmen. „Die Sicherung des Forschungsstandorts Deutschland ist kein Sprint, sondern ein Marathonlauf“, sagte Plöger, die Stärkung forschender Unternehmen und der Wissenschaft „eine Daueraufgabe und kein vorübergehendes  Kriseninstrument“. 

Daher müsse der Staat nun dringend den Zugang zu den Förderprogrammen verbessern, die Abrechnungsregeln vereinfachen und die Förderinstrumente „agiler gestalten“.

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