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Berufsausbildung Handwerkspräsident warnt vor Problemen auf dem Ausbildungsmarkt

Das Handwerk und der DIHK melden zehntausende unbesetzte Ausbildungsplätze. Dadurch könnte sich der Fachkräftemangel in einigen Branchen verschärfen.
01.08.2020 - 10:10 Uhr Kommentieren
In der ersten Jahreshälfte sind im Handwerk 16,6 Prozent weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen worden als noch im Vorjahr. Quelle: dpa
Auszubildende in einer Raffinerie

In der ersten Jahreshälfte sind im Handwerk 16,6 Prozent weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen worden als noch im Vorjahr.

(Foto: dpa)

Berlin Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer hat als Folge der schwierigen Lage auf dem Ausbildungsmarkt vor einer Verschärfung des Fachkräftemangels gewarnt. „Der Ausbildungsmarkt ist in schwerem Fahrwasser und das macht uns im Moment schon Sorgen“, sagte Wollseifer der Deutschen Presse-Agentur. Das Handwerk sei in der Vermittlung sechs bis acht Wochen hinterher. Von Januar bis Juni seien 16,6 Prozent weniger neue Ausbildungsverträge abgeschlossen worden als im Vorjahreszeitraum.

Eine große Sorge sei, dass sich nach überwundener Pandemie und dem Konjunkturtal aufgrund fehlender Ausbildung im Corona-Jahr, die Fachkräfteproblematik im Handwerk noch weiter verschärfe. „Eine gute Ausbildung bleibt der Schlüssel für eine gute Zukunft. Daran hat sich durch Corona nichts geändert.“

Wollseifer appellierte an die Betriebe: „Bildet weiter aus und gebt den jungen Leuten eine Chance. Ansonsten fehlen in drei Jahren die Fachkräfte.“ Im Handwerk seien augenblicklich bundesweit noch mehr als 33.000 Ausbildungsstellen nicht besetzt. „Derzeit tun wir alles, um Betriebe und Azubis zusammenzubringen, so dass sich die Lage verbessert“, sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks.

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Martin Wansleben, sagte, es komme nun vor allem darauf an, die kommenden Wochen zu nutzen, um Betriebe und Lehrstellensuchende zusammenzubringen. Allein in der bundesweiten Lehrstellenbörse der IHK seien noch über 30.000 freie Ausbildungsplätze zu finden. Wansleben begrüßte die Ausbildungsprämien der Bundesregierung. Der DIHK habe jedoch ein deutlich einfacheres und schnelleres Verfahren vorgeschlagen.

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    Wollseifer sagte, auch wenn das neue Ausbildungsjahr in den meisten Ländern offiziell am Samstag starte, sei damit der Zug für eine Ausbildung noch nicht abgefahren. „Ein Einstieg ist auch später noch möglich: Eine Ausbildung kann auch am 1. September, 1. Oktober oder sogar noch am 1. November gestartet werden.“

    Mehr: Viele Unternehmen zögern, neue Azubis unter Vertrag zu nehmen. Damit könnte dem Corona-Lockdown in zwei Jahren ein „Lockdown wegen Fachkräftemangel“ folgen.

    • dpa
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