Bundestagswahl: Beispielloser Absturz – darum ist die SPD abgestraft worden
Berlin. Die SPD erzielte ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl: Gerade mal 16,4 Prozent der Wählerinnen und Wähler im Land stimmten für die Sozialdemokraten, 9,3 Prozentpunkte weniger als vor dreieinhalb Jahren. Doch die Partei zieht daraus ganz andere Konsequenzen als ihre ebenfalls abgestraften Ampelpartner.
Parteichefin Saskia Esken will im Amt bleiben, ihr Co-Vorsitzender Lars Klingbeil ebenfalls. Klingbeil greift zusätzlich nach dem Fraktionsvorsitz. Am Mittwoch will er dafür kandidieren. In einer Sitzung der SPD-Bundestagsfraktion soll Klingbeil um eine „starkes Votum“ gebeten haben. Er brauche das Vertrauen und ein starkes Mandat, um in möglichen Gesprächen mit der Union das Beste zu erreichen.
Was sind die Gründe für die desolate Lage der Sozialdemokraten? Besteht die Aussicht, dass sich daran absehbar etwas ändert? Wohl eher nicht, wie die folgenden Grafiken nahelegen.
Erheblicher Wählerschwund seit der letzten Bundestagswahl
Das Image der SPD hat in der Ampelregierung erheblich gelitten. Ein wichtiger Grund ist, dass sich die Koalition aus Sozialdemokraten, Grünen und FDP unter Kanzler Olaf Scholz (SPD) andauernd zum Teil hart ausgetragene öffentliche Streitigkeiten geliefert hat.