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Corona-Lage „Ungeduld darf nicht zu Übermut werden“ – Spahn rät trotz Erfolgen bei Pandemie-Eindämmung zu Vorsicht

Der Gesundheitsminister zeigt sich aufgrund sinkender Infektionszahlen optimistisch. Dennoch appellierte Spahn darum, vorsichtig zu sein – vor allem zu Pfingsten.
21.05.2021 - 12:46 Uhr 1 Kommentar
Pressekonferenz zur Entwicklung in der Corona-Pandemie. Quelle: dpa
Jens Spahn, Lothar Wieler, Henriette Reker

Pressekonferenz zur Entwicklung in der Corona-Pandemie.

(Foto: dpa)

Berlin Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, haben auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker trotz sinkender Corona-Infektionszahlen zu Disziplin bei den Schutzmaßnahmen aufgerufen.

„Die Gefahr ist noch nicht gebannt“, sagte Präsident Lothar Wieler am Freitag. Das gelte auch für die Pfingstfeiertage mit ersten Öffnungsschritten. „Wir dürfen nicht zulassen, dass das Virus wieder Oberhand gewinnt, weil wir auf einmal zu viel wollen“, sagte Wieler.

Spahn sagte, es gelte sich vor allem draußen zu treffen und sich regelmäßig testen zu lassen. Wenn die Infektionszahlen weiter herunter- und die Impfzahlen hochgingen, „dann haben wir Aussicht auf einen guten Sommer“. Mit Blick auf weitere Lockerungen sagte Spahn: „Die Ungeduld darf nicht zu Übermut werden“.

Die bisherigen Erfolge bei der Eindämmung seien aber unübersehbar: Die Inzidenzen in allen Bundesländern und Altersgruppen gingen zurück. „Glücklicherweise im Moment deutlich auch bei den Jüngeren“, sagte Wieler. Die Es würden weniger Ausbrüche in Schulen und Kitas gemeldet. Diese seien insgesamt auch kleiner. Es gebe auch einen Rückgang der Patientenzahlen in Kliniken. Spahn sagte: „Wir haben die dritte Welle gebrochen“.

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    Doch immer noch gebe es laut Wieler auch rund 1300 Corona-Tote pro Woche. „Das ist immer noch eine schrecklich hohe Zahl“, sagte Wieler. Insgesamt hätten bisher rund 87.000 Menschen in Deutschland durch die Pandemie ihr Leben verloren.

    Inzidenzen und Sterblichkeit seien seit Mitte der zweiten Welle in Regionen, die besonders benachteiligt seien, am höchsten. Mögliche Gründe hierfür seien Armut, Vorerkrankungen, Lebensverhältnisse wie Wohndichte, aber auch Arbeitsbedingungen wie prekäre Beschäftigungen.

    Hohe Impfbereitschaft

    Daher forderte auch Kölns Oberbürgermeisterin Reker, dass mehr Impfdosen für Stadtteile mit beengten Wohnverhältnissen und Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen zur Verfügung gestellt werden. In Köln habe man gute Erfahrungen mit einem besonderen Impfangebot in solchen Gebieten gemacht, sagt sie. Deren Bewohner seien besonders gefährdet.

    Positiv wertete Wieler, dass die Impfbereitschaft mit 73 Prozent der vom RKI Befragten sehr hoch sei. Weitere zehn Prozent würden sich eher als nicht impfen lassen. „Das ist sinnvoll, wirksam und verantwortungsvoll“, sagte Wieler.

    Nach Angaben des Gesundheitsministers sind mittlerweile mehr als 70 Prozent aller über 60-jährigen Personen mindestens einmal geimpft worden. 10,9 Millionen hätten Stand Freitagmorgen einen vollständigen Corona-Impfschutz, sagt der CDU-Politiker. 39,2 Prozent hätten zumindest eine Impfung bekommen. Dies seien Zweidrittel aller Menschen in Deutschland, die derzeit impfwillig und impffähig seien, sagt er mit Hinweis auf Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren, die derzeit noch nicht geimpft werden können.

    Vollständig geimpft seien nach Wieler 12,5 Prozent der Bundesbürger. Es müssten aber 80 Prozent werden, die entweder geimpft seien oder die Infektion durchgemacht hätten. „Dann kriegen wir dieses Virus unter Kontrolle.“

    Es gelte, den Sommer gemeinsam dafür zu nutzen, um die Virusausbreitung zu unterdrücken. „Damit wir gut durch Herbst und Winter kommen.“ Dazu blieben alle Maßnahmen vom Maskentragen über Tests bis hin zum Impfen wichtig. „Diese Pandemie ist wie ein prall gefüllter Luftballon, den wir gemeinsam unter der Wasseroberfläche halten müssen“, sagte Wieler. Mittlerweile habe dieser Ballon nicht mehr ganz so viel Luft. „Aber wenn wir ihn jetzt loslassen, springt er immer noch unkontrolliert über die Wasseroberfläche.“

    EU wird verschiedene Impfstoffe für 2022 und 2023 kaufen

    Den Impfschutz der bisherigen Corona-Vakzine gegen die erstmals in Indien festgestellte Virus-Variante sieht Wieler nur leicht eingeschränkt. Die Bundesregierung werde mit Blick auf die stärkere Ausbreitung der Mutation in Großbritannien die Risikoeinschätzung des Landes aber heute erneut bewerten, sagt Gesundheitsminister Jens Spahn.

    Die EU wird nach Angaben von Spahn verschiedene Impfstoffe für die Jahre 2022 und 2023 einkaufen. Es habe bei den Beratungen der EU-Gesundheitsminister am Donnerstag „sehr, sehr breite“ Unterstützung für den deutschen Vorschlag gegeben, auf einen „Portfolio-Ansatz“ zu setzen und nicht nur Impfstoff bei Biontech/Pfizer zu bestellen, sagte Spahn am Freitag in Berlin.

    Auch die EU-Kommission sei dafür. Man wolle einen „2 plus 2“ Ansatz, bei dem zwei der bestellten Impfstoffe auf der mRNA-Technologie und zwei andere auf anderen Technologien basieren sollten. Spahn forderte zudem eine bessere finanzielle Ausstattung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) durch die Mitgliedsstaaten. Es sei nicht gut, dass der Anteil der privaten Finanzierung bei einigen Programmen so hoch sei.

    Mehr: Beim digitalen Impfnachweis droht das nächste Digitaldesaster. Ein Kommentar.

    • dpa
    • rtr
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    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Herr Spahn ,Sie haben keine Erfolge bei der Bewältigung der Probleme dieser Epidemie vorzuweisen. Treten Sie endlich, einschließlich ihrer Chefin und dem Rest ihrer Bande, einfach ab. Die erzielten Erfolge beruhen auf der Vernunft, natürlich auch durch Angst geprägt, der meisten steuerzahlenden Bürger dieses Landes. Ihre Ratschläge und die ihrer "Berater" waren und sind eher kontraproduktiv. Ersparen Sie uns das.

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