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CoronaPrivatunis punkten in der Pandemie mit Digitalisierung – doch gerade kleine Hochschulen leiden

Private Hochschulen leiden ökonomisch unter Corona. Doch Flexibilität und Digitalisierung verschaffen ihnen einen Vorteil gegenüber der staatlichen Konkurrenz.Barbara Gillmann 19.01.2021 - 17:13 Uhr Artikel anhören

Wesentlich positiver als die staatlichen Hochschulen sehen die privaten die Entwicklung der Lehre in der Corona-Pandemie.

Foto: imago images/MiS

Berlin . Auch für die privaten Hochschulen Deutschlands ist die Corona-Pandemie eine Misere: 40 Prozent haben seit Ausbruch der Pandemie finanzielle Einbußen erlitten – allerdings fast ausschließlich die kleineren unter ihnen mit weniger als 5000 Studierenden. Für das Wintersemester 2020/21 erwartet mehr als ein Drittel Einkommenseinbußen. Das zeigt eine Umfrage des Stifterverbands, die dem Handelsblatt vorliegt.

Als Ursache nannten die befragten Hochschulen vor allem das Ausbleiben ausländischer Studenten. Zudem seien „wichtige Fördermittel von Unternehmen und Stiftungen weggebrochen, da diese meist selbst von der Krise betroffen sind“, so Studienautorin Julia Krume.  

Generell meldete ein gutes Viertel eine „Verschlechterung“ der Lage, ein Fünftel fürchtet gar eine generelle Schwächung des Marktes für private Hochschulen. Den größten Schaden richtete die Krise offenbar bei den Transfer- und Forschungskooperationen an: Hier meldeten gut 40 Prozent einen Rückgang. Das liege zum einen schlicht an den Kontaktbeschränkungen, daneben „konzentrierten sich viele potenzielle Partner auf ihre Kernaufgaben“, heißt es in der Studie.  

Es gibt aber auch Vorteile angesichts der derzeitige Lage: Fast drei von zehn privaten Hochschulen gaben an, ihre Situation im Hochschulmarkt habe sich sogar verbessert. Sieben Prozent hatten auch finanziell zugelegt – vor allem große, die schon vor der Pandemie stark gewachsen waren. Einzelne berichteten, die Zahl der Fernstudierenden sei stark gestiegen.

Wesentlich positiver als die staatlichen Hochschulen sehen die privaten generell die Entwicklung der Lehre – sie nutzen die Krise als Chance. 57 Prozent geben an, die Pandemie wirke sich positiv auf die Lehre aus. Unter den staatlichen Hochschulen sehen das nach dem jüngsten Hochschulbarometer des Stifterverbands lediglich 37 Prozent so. 

Digitalen Marktvorteil weiter ausbauen

Dass nahezu alle Privathochschulen die Umstellung auf die digitale Lehre als „reibungslos“ bezeichnen, liegt vor allem an ihrer weit größeren Erfahrung damit, schreiben die Experten des Stifterverbands. Denn schon 2018/19 waren fast die Hälfte aller Teilzeitstudenten und 41 Prozent aller Fernstudierenden an einer privaten Hochschule eingeschrieben – denn an den staatlichen sucht man solche Angebote oft vergeblich.

Diese Flexibilität, die nun ideal zu Homeoffice und Homeschooling passt, „verschaffte den privaten bei der Umstellung im Vergleich zu den staatlichen Hochschulen einen Vorsprung“, so Krume. Die befragten Hochschulmanager seien sich einig: Diesen Marktvorteil wollen sie künftig ausbauen und nutzen, um mehr Interessenten zu gewinnen.

Die Umfrage fand im September 2020 statt und wurde durch Interviews im November ergänzt. Es nahmen 37 Prozent der privaten Hochschulen teil.  

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Generell sind Deutschlands private Hochschulen auf der Überholspur: Von den Erstsemestern entschied sich trotz teilweise üppiger Gebühren im Jahr 2018 schon jeder zehnte für eine private Alternative. Insgesamt studieren an den mittlerweile 106 Einrichtungen 244.000 Studenten. Das sind doppelt so viele wie noch 2010 – und 8,5 Prozent aller Studenten.

Nach früheren Studien des Stifterverbands sind sehr viele Privathochschulen keineswegs elitär und nur für Kinder aus reichen Elternhäusern. Die Höhe der Studiengebühren unterscheidet sich stark und liegt zwischen 1000 und 8000 Euro pro Semester.

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