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Coronavirus NRW-Gesundheitsminister will kostenlose Tests für Lehrer und Erzieher stoppen

Der Gesundheitsminister des bevölkerungsreichsten Bundeslandes will anlasslose Coronatests beenden. Labore, die an Kapazitätsgrenzen stoßen, sollen entlastet werden.
29.09.2020 - 13:43 Uhr Kommentieren
Die Labore, die rund eine Million Tests pro Woche auswerten, hatten immer wieder davor gewarnt, an die Grenze ihrer Kapazitäten zu stoßen. Quelle: Reuters
Covid-19-Test

Die Labore, die rund eine Million Tests pro Woche auswerten, hatten immer wieder davor gewarnt, an die Grenze ihrer Kapazitäten zu stoßen.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Der Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef Laumann (CDU), will Lehrer und Erzieher nicht weiter kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. „Ich bin entschieden dafür, dass wir die Testung von Lehrern und Erziehern nach den Herbstferien nicht weiterführen“, sagte Laumann dem Handelsblatt.

Alle Beschäftigten an öffentlichen und privaten Schulen sowie in Kindertageseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen können sich seit dem Ende der Sommerferien kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Die Testungen werden alle 14 Tage durchgeführt.

„Ich habe immer gesagt, wir dürfen nur anlassbezogen testen“, erklärte Laumann. Bei Lehrern und Erziehern habe er erstmals nachgegeben, „weil man dem Schulministerium die Möglichkeit geben musste, den Schulstart überhaupt irgendwie kommunikativ umsetzen zu können. Aber nun testen wir Tausende von Lehrern und finden kaum einen Infizierten.“ Das sei gut so, hätte er aber auch vorher sagen können, so der Minister.

Deshalb fordert er das Ende der kostenlosen Tests, da es sich dabei „um einen erheblichen finanziellen Aufwand“ handle. Außerdem würden die Testkapazitäten dringender an anderer Stelle gebraucht. „Grippesymptome sind denen des Coronavirus sehr ähnlich, dann wird es viele Tests brauchen“, sagt Laumann.

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    Die Labore, die rund eine Million Tests pro Woche auswerten, hatten immer wieder davor gewarnt, an die Grenze ihrer Kapazitäten zu stoßen. Zuletzt meldete der Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) zwar einen leichten Rückgang des Testaufkommens. Ein Grund zur Entwarnung sei das trotzdem nicht, sagte ALM-Vorstand Evangelos Kotsopoulos: „In zahlreichen Regionen hatten wir einen Auslastungsgrad von 100 Prozent.“

    „Auch mit Blick auf die kommende Herbst- und Wintersaison – und einem wahrscheinlich erhöhten Testaufkommen – ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir sorgsam mit unserem Fachpersonal und den weiterhin knappen Testressourcen umgehen“, so Kotsopoulos.

    Schnelltests für Reisende und in Pflegeeinrichtungen

    Laut Gesundheitsminister Laumann reichen die Kapazitäten in NRW derzeit für 250.000 bis 300.000 Tests pro Woche. Er setzt Hoffnung in die Weiterentwicklung der Tests, sie „werden preiswerter und schneller. Selbst- und Schnelltests können eine sinnvolle Ergänzung sein.“

    Deutschland setzt bei den verwendeten Coronatests bisher auf Gründlichkeit: Den potenziell Infizierten wird ein Abstrich im Rachen oder in der Nase entnommen und an ein Labor geschickt, das in der Probe nach dem Erbgut des Virus sucht. Diese PCR-Methode liefert äußerst verlässliche Ergebnisse – allerdings ist sie auch vergleichsweise aufwendig und teuer.

    Deshalb sollen Schnelltests nun auch Teil der nationalen Teststrategie werden. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kündigte den Ankauf von zehn Millionen Tests dieser Art an. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will ab Oktober verstärkt Schnelltests vor allem für Reisende und in Pflegeeinrichtungen nutzen.

    Mehr: Die Coronakrise beschleunigt den digitalen Wandel im Gesundheitssystem.

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