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EnergieEuropäischer Gaspreis steigt auf höchsten Stand seit Jahresbeginn

Live-BlogOranienburg bei Berlin warnt: Leitungen zu schwach für neue Stromverbraucher +++ Deutsche Gas- und Ölförderung sinkt weiter +++ Der Newsblog.Tobias Döring, Anna Kipnis 13.02.2025 - 13:21 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Flammen an einem Gasherd: Der Gaspreis in Europa steigt.

Foto: dpa
31.05.2024 – 17:16 Uhr Patricia Hoffhaus

Bericht: Bund beginnt mit Suche nach Beratern für Verkauf von Uniper-Anteilen

Die Bundesregierung hat einem Medienbericht zufolge mit der Suche nach Banken und Beratern für einen möglichen Verkauf von Anteilen am staatlich kontrollierten Energieversorger Uniper begonnen. Mehrere Banken und Berater seien eingeladen worden, sich für Beratungsmandate zu bewerben, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Ein Verkauf könnte schon im ersten Quartal 2025 über die Bühne gehen und dann eines der größten Aktien-Angebote des Jahres sein. Vom Finanzministerium und Uniper war keine Stellungnahme erhältlich.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits berichtet, dass derzeit Vorbereitungen liefen, um den Anteil von 99,12 Prozent, den der Bund an Uniper hält, Stück für Stück wieder abzugeben. Diskutiert würden dabei mehrere Möglichkeiten, wie etwa einen Anteil von 20 bis 30 Prozent über die Börse zu verkaufen oder der Verkauf von größeren Paketen an Investoren, hatte Reuters von Insidern erfahren.
17.04.2024 – 08:45 Uhr Tobias Döring

Fragen und Antworten: Wie geht es mit dem Gasnetz weiter?

Als im März bekannt wurde, dass große Gasabnehmer in Augsburg von den dortigen Stadtwerken den Hinweis bekommen hatten, die Belieferung mit Erdgas werde in zehn Jahren eingestellt, wirkte das für viele Bürgerinnen und Bürger wie ein Weckruf. Vielen Gasverbraucherinnen und Gasverbrauchern wurde klar, dass die Versorgung mit Erdgas nicht ewig erfolgen wird.

Zwar bemühten sich die Stadtwerke Augsburg in den Tagen darauf, die Wogen zu glätten. Doch es wurde deutlich, dass es an der Zeit ist, sich mit der Zukunft der Gasnetze zu befassen. Grundsätzlich kommen zwei Möglichkeiten in Betracht: die Stilllegung oder die Umstellung auf klimaneutrale Alternativen wie Biogas oder Wasserstoff.

Wie geht es weiter mit den Gasverteilnetzen? Das Handelsblatt gibt Antwort auf die wichtigsten Fragen:
17.04.2024 – 08:40 Uhr Tobias Döring

Europäischer Gaspreis steigt auf höchsten Stand seit Jahresbeginn

Der Preis für europäisches Erdgas hat wegen der Konflikte im Nahen Osten den höchsten Stand seit über drei Monaten erreicht. Der richtungweisende Terminkontrakt TTF zur Auslieferung in einem Monat legte am Mittwoch an der Börse in Amsterdam auf 33,95 Euro je Megawattstunde zu. Das ist der höchste Preis seit Anfang Januar. Seit einer Woche geht es mit dem Gaspreis deutlich nach oben. In dieser Zeit hat sich Erdgas um mehr als 20 Prozent verteuert und damit den Preisrückgang in den ersten Monaten des Jahres wettgemacht.

Als eine Ursache für den Anstieg gilt die Furcht der Anleger vor einem neuen Krieg im Nahen Osten und den möglichen Auswirkungen auf Gaslieferungen aus der Region. Nach dem Angriff des Irans auf Israel vom Wochenende wird auf den Rohstoffmärkten auf die israelische Reaktion gewartet. Zuvor hatte ein ungewöhnlich milder Winter in Europa den Gaspreis sinken lassen. Im Februar fiel die Notierung bis auf 22,31 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit dem vergangenen Sommer. Hinzu kommt, dass die Lagerbestände für die Jahreszeit ungewöhnlich hoch sind.
17.04.2024 – 08:43 Uhr Tobias Döring

Oranienburg bei Berlin warnt: Leitungen zu schwach für neue Stromverbraucher

Die Stadt Oranienburg in Brandenburg steht vor einem Problem: Die Stadtwerke haben mitgeteilt, ab sofort keine Neuanmeldungen oder Leistungserhöhungen von Hausanschlüssen mehr genehmigen zu können. Somit sollen keine neuen Wärmepumpen, Ladesäulen oder Industrieflächen mehr ans Netz gehen. Dafür ist das Stromnetz offenbar nicht stark genug.

Das Hochspannungsnetz habe keine ausreichende Leistung für die wachsende Stadt, heißt es von den Stadtwerken. Die Versorgungsmöglichkeiten seien ausgeschöpft, sagt Geschäftsführer Peter Grabowsky. Nun hat die Stadt die Bundesnetzagentur über das Problem informiert. 

Die Meldung sorgt für Aufsehen. Lesen Sie hier den Bericht unserer Redakteurin Catiana Krapp:
17.04.2024 – 08:56 Uhr Tobias Döring
Die heimische Öl- und Gasförderung in Deutschland ist 2023 weiter gesunken. Im vergangenen Jahr wurden im Inland noch 4,3 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus dem Boden geholt, rund zehn Prozent weniger als im Vorjahr. Die heimische Ölförderung sank von 1,7 auf 1,6 Millionen Tonnen. Das entsprach nach Angaben des Bundesverbandes Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG) beim Gas rund 5,7 Prozent der heimischen Nachfrage und damit sogar etwas mehr als 2022, beim Erdöl unverändert rund zwei Prozent.
15.04.2024 – 10:13 Uhr Anna Kipnis

Bayern fordert Gaskraftwerke für Süddeutschland

Bei der neuen Kraftwerksstrategie des Bundes muss aus Sicht Bayerns Süddeutschland in besonderem Maße für neue Standorte berücksichtigt werden. Ein relevanter Anteil der bundesweit zehn Gigawatt (GW) an wasserstofffähigen Gaskraftwerken zur Absicherung der Stromversorgung müsse nach Süddeutschland und damit auch Bayern kommen, sagte Energieminister Hubert Aiwanger am Montag. „In Bayern gibt es eine Reihe geeigneter systemdienlicher Standorte und potenzielle Investoren, mit denen wir bereits im Gespräch sind.“ Der Süden müsse angemessen berücksichtigt werden.

Aiwanger kündigte an, das Thema bei der kommenden Energieministerkonferenz Mitte Mai auf die Tagesordnung bringen und einen Beschlussvorschlag einzubringen, der eine Beschleunigung und Konkretisierung der Planungen zu Ziel habe.

08.04.2024 – 10:10 Uhr Anna Kipnis

Verbund schließt Allianz zum Bau von Speicherkraftwerken in Spanien

Der österreichische Stromkonzern Verbund hat mit der spanischen Capital Energy eine strategische Allianz für die Entwicklung von Pumpspeicherkraftwerken geschlossen. Erwogen werde der Bau von zwei Kraftwerken mit einer Gesamtleistung von rund 830 Megawatt, teilte Verbund am Montag mit. Angaben zur Investitionssumme wurden nicht gemacht. Capital Energy, eine der größten Plattformen für erneuerbare Energie auf der Iberischen Halbinsel, solle die Förderung der Anlagen innerhalb des Joint Ventures leiten, während Verbund für den Bau und den Betrieb der Kraftwerke sowie für die technische Unterstützung während der Entwicklungsphase verantwortlich sein werde.

27.03.2024 – 11:54 Uhr Gökay Gürsoy
Wirtschaftsministerium räumt ein - Resilienzbonus für Solarbranche kommt nicht
Das Grünen-geführte Bundeswirtschaftsministerium hat eingeräumt, dass der sogenannte Resilienzbonus für die Solarindustrie vom Tisch ist. "Es ist sehr bedauerlich, dass der jetzt nicht kommen soll", sagte Wirtschafts-Staatssekretär Michael Kellner am Mittwoch. "Wir werden nicht nachlassen und uns für andere alternative Fördermöglichkeiten auf EU-Ebene einsetzen." Deutsche Solarfirmen seien in einer sehr ernsten Lage.

Der Resilienzbonus sollte den Einsatz von Komponenten aus Deutschland oder Europa belohnen - und zwar mit einer höheren Vergütung für den verkauften Strom aus Solarkraftwerken. In der Ampel-Koalition war vor allem die FDP skeptisch. Sie fürchtete eine Marktverzerrung und teuere Solaranlagen. Bundesfinanzminister Christian Lindner erteilte Subventionen für die deutsche Solarindustrie eine Absage. Deutschland investiere bereits Milliarden in erneuerbare Energien, nun sei die Aufgabe, extreme Zuwächse bei der Photovoltaik in die Stromnetze zu integrieren, sagte der FDP-Chef am Sonntagabend in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. 

Aber auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte Subventionen für die Energieerzeugung zuletzt strikt abgelehnt. Es sei ein Fehler bei der Förderung der Solarenergie in Deutschland gewesen, am Anfang hohe Subventionen ohne Degression zu zahlen, hatte er zuletzt gesagt.
21.03.2024 – 10:08 Uhr Anna Kipnis

Einige EU-Staaten pochen auf Finanzierung von Atomkraft aus EU-Etat

Die Befürworter der Atomkraft in der EU haben einen neuen Vorstoß unternommen, um eine europäische Finanzierung der Technologie durchzusetzen. Atom-Forschung sollte auf jeden Fall aus dem EU-Haushalt bezahlt werden - „vielleicht auch Atom-Projekte“, sagte der belgische Ministerpräsident Alexander de Croo am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. „Ich denke, das ist etwas, was möglich sein sollte“, fügte er hinzu. 

Belgien hat derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne. Am Vormittag kamen schon vor dem eigentlichen EU-Gipfel in Brüssel Regierungschefs zusammen, deren Länder Atomkraft nutzen oder nutzen wollen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte bei dem Treffen, dass die Atomenergie eine wichtige Rolle beim Umbau zu einer klimafreundlichen Wirtschaft spielen könne. Von der Leyen ist Spitzenkandidatin der konservativen Parteienfamilie EVP bei der Europawahl und tritt damit für eine zweite Amtszeit an. Lesen Sie hier mehr zum Thema.
20.03.2024 – 13:54 Uhr Anna Kipnis

Russland prüft wegen Angriffen auf Raffinerien höhere Produktion andernorts

Die russische Regierung prüft, ob nach der Stilllegung von Ölraffinerien infolge ukrainischer Angriffe in anderen Anlagen die Produktion hochgefahren werden kann. Dazu müssten die dortigen Wartungspläne geändert werden. „Wir besprechen mit den Unternehmen Anpassungen des Zeitplans für geplante Wartungsarbeiten in Raffinerien im Zusammenhang mit den Vorfällen in mehreren Anlagen“, sagte Energieminister Nikolai Schulginow den staatlichen russischen Nachrichtenagenturen Tass und RIA zufolge am Mittwoch. „In Raffinerien, in denen die Produktion nicht stillgelegt wurde, besteht Potenzial für mehr Kraftstoffproduktion.“ Die Prognose für die Raffinerieproduktion im laufenden Jahr bleibe unverändert nahe am Vorjahresniveau von rund 5,5 Millionen Barrel pro Tag.

18.03.2024 – 11:17 Uhr Anna Kipnis

Energiekonzern Sefe will Flüssiggas aus Abu Dhabi beziehen

Der Energiekonzern Sefe hat mit Abu Dhabis Staatskonzern Adnoc eine Vereinbarung zum Bezug von Flüssiggas (LNG) geschlossen. Danach soll Adnoc ab 2028 über einen Zeitraum von 15 Jahren pro Jahr etwa eine Millionen Tonnen LNG liefern, wie die Unternehmen am Montag mitteilten. Das Gas stamme aus dem kohlenstoffarmen Ruwais-Projekt - der ersten LNG-Export-Anlage im Nahen Osten und Nordafrika, die mit sauberen Strom betrieben werde. Die LNG-Vereinbarung stehe unter dem Vorbehalt einer endgültigen Investitionsentscheidung für das Ruwais-Projekt.

Sefe gehört neben dem Düsseldorfer-Uniper-Konzern und der Leipziger EnBW-Tochter VNG zu den größten Gaskonzernen in Deutschland. Die ehemalige Gazprom Germania war in der Energiekrise verstaatlicht worden. Sefe hatte angekündigt, nach dem Wegfall der Gaslieferungen aus Russland seinen Gasbezug auf eine breite Basis zu stellen. 

Sefe Bloomberg
18.03.2024 – 10:53 Uhr Anna Kipnis

Umfrage: Interesse an neuartigen Stromzählern steigt

Immer mehr Menschen in Deutschland sind bereit, Daten über ihren eigenen Energieverbrauch in Echtzeit mit dem Netzbetreiber zu teilen. In einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbandes Bitkom sagten 63 Prozent der Befragten, sie könnten sich vorstellen, künftig einen „Smart Meter“ zu nutzen. 2020 lag der Zustimmungswert nur bei 36 Prozent und ist seither Jahr für Jahr gestiegen.

Der „Smart Meter“ ist ein elektronischer Stromzähler. Er misst den Stromverbrauch und sendet die Daten über ein „Smart Meter Gateway“ an den Netzbetreiber. Dadurch können die Verbraucher zum einen ohne Verzögerungen ihren Stromverbrauch ermitteln.

In einem „Smart Home“ ist das System auch in der Lage, bestimmte Geräte wie eine elektrische Wärmepumpe oder eine Wallbox zum Laden eines Elektroautos dann einzuschalten, wenn viel Wind- oder Solarstrom ins Netz drängt. „Wir brauchen „Smart Meter“ und „Smart Gateways“, weil die Energieflüsse nicht mehr so konstant sind, sondern der Wind weht, wann er er weht, und die Sonne scheint, wann immer sie scheint“, sagte Bitkom-Präsidiumsmitglied Matthias Hartmann.

Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen.

Smart Meter
08.03.2024 – 14:57 Uhr Anna Kipnis

Kellner: Rosneft muss nun Käufer für Schwedt-Anteile präsentieren

Nach der Verlängerung der staatlichen Treuhand-Verwaltung für die Anteile des russischen Energiekonzerns Rosneft an der ostdeutschen Raffinerie Schwedt erwartet die Bundesregierung von der russischen Seite Vorschläge über potenzielle Käufer der Anteile. „Jetzt geht es darum, dass die russische Seite in den nächsten Monaten ernsthafte Schritte zum Verkauf von Rosneft Deutschland unternimmt - und wen sie als mögliche Käufer präsentiert “, sagte Michael Kellner, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag.

 „Die Frage einer Enteignung bleibt auf dem Tisch “, betonte der Grünen-Politiker dabei. Es sei klar, dass man eine dauerhafte Lösung für die drei Raffinerien PCK Schwedt (Brandenburg), MiRo (Karlsruhe) und Bayernoil (Vohburg) brauche. „Es ist zudem ausgeschlossen, dass Rosneft jetzt eine Art Platzhalter nutzt, damit die Firma später wieder einsteigen kann. Dies würden wir nicht zulassen“, betonte Kellner. „Sollte Rosneft mögliche Käufer präsentieren, was ich sehr hoffe, dann werden wir uns diese genau anschauen." Wenn es sich um mögliche Käufer außerhalb der EU handele, werde die Regierung nach dem Außenwirtschaftsgesetz die entsprechenden Prüfungen durchführen.


08.03.2024 – 11:46 Uhr Tobias Döring
08.03.2024 – 10:11 Uhr Anna Kipnis

Anteil erneuerbarer Energien am Energieverbrauch steigt auf 22 Prozent 

Der Anteil erneuerbarer Energien am Energieverbrauch (Strom, Wärme und Verkehr) ist 2023 in Deutschland auf 22 Prozent gestiegen. Im Vorjahr lag der Wert noch bei 20,8 Prozent, wie das Umweltbundesamt am Freitag in Berlin berichtete. Die Behörde sprach von einer „positiven Entwicklung“. Grund für den Anstieg seien insbesondere die Zuwächse der Erneuerbaren in den Sektoren Strom und Wärme bei gleichzeitig sinkender Nachfrage nach Energie in allen Sektoren. Die Zahlen stammen von der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat). Deren Geschäftsstelle ist im Umweltbundesamt angesiedelt.

Demnach wurde 2023 mit 272,4 Terawattstunden (TWh) sieben Prozent mehr erneuerbarer Strom als 2022 erzeugt - so viel wie noch nie. Bei gleichzeitig wirtschaftlich bedingt abnehmendem Stromverbrauch sei damit der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch auf einen neuen Rekordwert von 51,8 Prozent gestiegen. Drei Viertel des Stroms kamen aus Windkraft und Photovoltaik.

08.03.2024 – 11:45 Uhr Tobias Döring
07.03.2024 – 15:06 Uhr Marc Renner
05.03.2024 – 06:27 Uhr Tobias Döring

Schwesig will bei Treffen mit Scholz erneut Netzentgelte thematisieren

Vor dem Treffen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ist unter den Ländern weiterhin die Gestaltung der Netzentgelte strittig, die im Osten und Norden Deutschlands wegen der dort zügiger voranschreitenden Windkraftnutzung zum Teil erheblich höher sind als im Süden oder Westen und so die Akzeptanz der Energiewende schmälern. „Wir brauchen kurzfristig eine gerechtere Verteilung der Netzentgelte. Es kann nicht sein, dass die Regionen, die wie Mecklenburg-Vorpommern beim Ausbau der erneuerbaren Energien vorangehen, höhere Strompreise zahlen müssen. Das ist eine zusätzliche Belastung für die Wirtschaft und für die Bürgerinnen und Bürger. Da brauchen wir endlich einen Ausgleich“, mahnte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD).

Erst am Freitag hatte die Bundesnetzagentur Pläne für den Ausbau des Strom-Übertragungsnetzes vorgelegt. Damit sollen unter anderem hochleistungsfähige Windparks auf See angeschlossen und der Strom zu Großverbrauchern im Süden und Westen transportiert werden. Die Kosten der bis 2045 geplanten Ausbaumaßnahmen bezifferte die Behörde auf rund 320 Milliarden Euro. Auch in die Regionalnetze sind weitere hohe Investitionen nötig. Sämtliche Kosten werden in der Regel über die Netzentgelte auf alle Stromverbraucher umgelegt. Schwesig verwies auf den Vorschlag Niedersachsens, langfristig den Ausbau der Netze als öffentliche Infrastruktur aus dem Bundeshaushalt zu finanzieren und dadurch die Strompreise zu entlasten.
Olaf Scholz und Manuela Schwesig dpa
04.03.2024 – 18:11 Uhr Gökay Gürsoy

EU-Kommissarin wirft Deutschland mangelnde Solidarität im Gashandel vor

Die EU-Kommission wirft Deutschland unfaires Verhalten beim Gashandel vor. "Einseitige nationale Maßnahmen in Form von Exportbeschränkungen oder Abgaben gefährden unsere Energiesolidarität und können die Bemühungen um eine Diversifizierung weg vom russischen Gas gefährden", sagte EU-Energiekommissarin Kadri Simson am Montag nach einem Treffen der Energieminister in Brüssel. 

Die in Deutschland erhobenen Abgaben im grenzüberschreitenden Gashandel gefährdeten die Solidarität. "Aus diesem Grund habe ich direkten Kontakt mit unseren deutschen Kollegen aufgenommen", erklärte die estnische Politikerin.
04.03.2024 – 13:50 Uhr Alisa Swoboda

EU-Länder wollen weiter mindestens 15 Prozent Gas einsparen

Trotz der deutlich besseren Versorgungslage wollen die EU-Länder weiter Gas einsparen. Die Energieministerinnen und -minister der Mitgliedstaaten verständigten sich am Montag bei einem Treffen in Brüssel darauf, den Ende des Monats auslaufenden Gas-Notfallplan um ein weiteres Jahr zu verlängern. Demnach sollen die EU-Staaten ihren Gasverbrauch weiter freiwillig um 15 Prozent unter dem Durchschnittsverbrauch des Zeitraums von April 2017 bis März 2022 halten.

„Obwohl sich die Versorgungssicherheit in der EU verbessert hat, muss die Nachfrage weiter gesenkt werden, um ausreichende Gasspeicher für den nächsten Winter zu sichern“, teilten die Länder mit. Der Notfallplan war 2022 als Reaktion auf die durch den russischen Angriffskrieg verursachte Energiekrise in Kraft getreten und sollte ursprünglich bis Ende März 2023 gelten. Vor einem Jahr hatten sich die Energieminister bereits auf eine Verlängerung bis März 2024 geeinigt.

Zwischen August 2022 und Dezember 2023 ist die Gasnachfrage in der EU nach Angaben der EU-Kommission um 18 Prozent gesunken. Die Bemühungen gingen demnach über das Einsparziel von 15 Prozent hinaus. Die nun beschlossene erneute Verlängerung muss noch formal angenommen werden.
02.03.2024 – 14:01 Uhr Jan-Pascal Nöthe

Bund: Gas-Alarmstufe bleibt bestehen, Rügener LNG-Terminal nötig

Die Bundesregierung hält die Gasversorgungslage weiterhin für angespannt. Man beabsichtige derzeit nicht, die seit Sommer 2022 geltenden Alarmstufe des Notfallplans Gas zu beenden, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage. Die Gasversorgungslage sei im Vergleich zum Vorkrisenniveau weiterhin angespannt. Auch die Inbetriebnahme des umstrittenen Rügener Terminals für Flüssigerdgas (LNG) sei „als wesentliche und notwendige Versicherung gegen eine mögliche Gasverknappung oder gar einen Gasmangel erforderlich“, heißt es in der Antwort an den AfD-Bundestagsabgeordneten Leif-Erik Holm, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. 

Aus Sicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hat sich die Lage auf dem Gasmarkt hingegen entspannt. Eine Gasmangellage, mit der der beschleunigte Ausbau von LNG-Infrastruktur gerechtfertigt werde, sei zu keinem Zeitpunkt eingetreten, hieß es kürzlich vom DIW. Der geplante Ausbau von LNG-Importkapazitäten sei in diesem Umfang nicht mehr nötig. DIW-Expertin Claudia Kemfert hatte den Funke-Zeitungen gesagt, „es ist an der Zeit, den Gasnotfallplan aufzuheben“.

Die Alarmstufe beschreibt eine erhebliche Verschlechterung der Versorgungslage mit Erdgas. Indikatoren dafür sind etwa das Fehlen oder die gravierende Reduzierung von Erdgasströmen, langanhaltende sehr niedrige Erdgasspeicherfüllstände, extreme Wetterverhältnisse bei gleichzeitig sehr hoher Nachfrage, eine hohe Gefahr langfristiger Unterversorgung oder EU-Staaten, die Deutschland um Gaslieferungen ersuchen.
01.03.2024 – 09:42 Uhr Anna Kipnis

Bundesnetzagentur legt Ausbaupläne für Stromautobahnen fest

Die Bundesnetzagentur hat am Freitag neue Pläne für den Ausbau des Strom-Übertragungsnetzes, der sogenannten Stromautobahnen, vorgelegt. Demnach sind an Land unter anderem fünf neue Gleichstrom-Verbindungen mit einer Kapazität von jeweils zwei Gigawatt geplant. Drei davon verlaufen in Nord-Süd-Richtung, zwei in Ost-West-Richtung. Geplant sind auch weitere Leitungen zur Anbindung von Windparks auf See. 

Der sogenannte Netzentwicklungsplan Strom 2023-2037/2045 (NEP Strom) legt nach Angaben der Behörde den vordringlichen Ausbaubedarf im Stromübertragungsnetz fest. Vorangegangen war ein monatelanges Verfahren, in dem alle Interessengruppen und die Öffentlichkeit die Gelegenheit hatten, Stellung zu beziehen. Der Plan dient als Grundlage für eine Neufassung des Bundesbedarfsplans, der in einem Gesetz festgeschrieben wird.

Imago
29.02.2024 – 08:12 Uhr Anna Kipnis

Kraftwerke statt Dächer: China verbaut deutlich mehr Solarmodule

China hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Solarmodule verbaut als in den Jahren zuvor. Nach Angaben des Energieministeriums in Peking betrug die neu hinzugefügte Kapazität etwa 216 Gigawatt, während 2022 rund 87 Gigawatt hinzukamen. Zum Vergleich: In Deutschland betrug der Solar-Zubau im vergangenen Jahr laut Bundesnetzagentur 14,1 Gigawatt. 

 Aus den Zahlen des chinesischen Ministeriums geht zudem hervor, dass China anders als in den Jahren zuvor mehr Leistung in Solar-Kraftwerken statt auf Dächern privater oder gewerblich genutzter Gebäude zubaute. Installationen auf Dächern waren sonst der Treiber, um den Anteil an Solarenergie zu erhöhen. Mittlerweile unterhält China allerdings riesige Solar-Projekte in entlegenen Gebieten wie zum Beispiel in der nordwestchinesischen Provinz Xinjiang oder in der autonomen Region Innere Mongolei.

Staats- und Parteichef Xi Jinping hat der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt den Ausbau von erneuerbarer Energie durch Wind- und Solarkraft verordnet. Mittlerweile ist China weltweit führend beim Ausbau. Bis 2030 will das energiehungrige und noch stark von Kohle bei der Stromerzeugung abhängige Land die Spitze beim Kohlenstoffdioxid-Ausstoß erreicht haben. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur macht Kohle in China ungefähr 60 Prozent an der Energieversorgung aus. Bis 2060 will die Volksrepublik klimaneutral sein.
28.02.2024 – 15:19 Uhr Anja Holtschneider

Frankreichs Gasverbrauch sinkt weiter

Frankreich hat seinen Gasverbrauch 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 11,4 Prozent und damit auf das niedrigste Niveau seit 1996  gesenkt. Seit 2021 ist der Verbrauch sogar um 20 Prozent zurückgegangen, teilte der Gasnetzbetreiber GRTGaz am Mittwoch in Paris mit. Selbst wenn man den Einfluss der ungewöhnlich milden Witterung in den vergangenen zwei Jahren herausrechne, betrage der Rückgang über diesen Zeitraum 13,2 Prozent. Dazu beigetragen hätten Bemühungen um mehr Effizienz sowie die Energiesparappelle der Regierung. Außerdem sei die Stromgewinnung aus Gas wieder rückläufig gewesen, nachdem zwischenzeitlich die Leistung zahlreicher in Wartung befindlicher Kernkraftwerke kompensiert werden musste.

Angestiegen ist den Angaben zufolge der Import von Flüssiggas nach Frankreich. Wegen des Wegfalls von Pipeline-Importen aus Russland nahm sein Anteil am gesamten Gasimport von 35 Prozent im Jahr 2021 auf 59 Prozent im vergangenen Jahr zu. 22 Prozent des nach Europa importierten Flüssiggases wurde im vergangenen Jahr über französische Terminals umgeschlagen, wobei die Hauptabnehmer Deutschland, Belgien und Italien waren. 
28.02.2024 – 13:39 Uhr Anna Kipnis

Gemeinsamer Gaseinkauf in EU weiter beliebt

Gemeinsame Gaseinkäufe in der EU stoßen bei Unternehmen und Lieferanten weiterhin auf Interesse. In einer ersten Ausschreibung für mittelfristige Einkäufe von Gas gaben Lieferanten Angebote mit einem Volumen von 97,4 Milliarden Kubikmetern Gas ab, wie die EU-Kommission am Mittwoch mitteilte. Von 19 europäischen Unternehmen waren demnach zuvor insgesamt 34 Milliarden Kubikmeter angefordert worden.

 Der Vizepräsident der Brüsseler Behörde, Maros Sefcovic, sprach von einem bemerkenswerten Ergebnis. „Die Gebote übertreffen die kollektive Nachfrage - sie sind sogar fast dreimal so hoch!“, sagte er.

Die EU-Länder hatten vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs 2022 beschlossen, gemeinsam Gas zu kaufen, um Unternehmen stabile Preise zu sichern und die Gasspeicher wieder aufzufüllen. Außerdem soll vermieden werden, dass sich die EU-Staaten gegenseitig überbieten.

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